"Wichtig ist der 1. FC Köln"

Vale do Garra. Die Hinrunde war erfolgreich, aber nicht gut. Das will Zweitligist 1. FC Köln ändern. Doch am Freitag waren die Gerüchte um einen Wechsel von Trainer Huub Stevens zum niederländischen Ehrendivisionär Roda JC Kerkrade das beherrschende Thema. Unsere Mitarbeiterin Olivia Fritz sprach mit Stevens.

Frage: Nach der Hinrunde ist der FC mit 34 Punkten Zweiter. Sind Sie mit Ihrer Arbeit zufrieden?

Stevens: Nein, weil nach 17 Spielen kein Preis vergeben wird. Wir können nicht zufrieden sein mit der Leistung, die wir teilweise abgeliefert haben.

Frage: Welche Rolle spielt Europameister Vassilios Tsiartas dabei?

Stevens: Er soll die Mannschaft antreiben. Da gibt es aber Abstimmungsprobleme. Wir haben Vassilios nicht umsonst verpflichtet. Ich denke, dass er die Fähigkeit hat, unsere Stürmer in Stellung zubringen. Er braucht noch Zeit.

Frage: Konstantinidis musste oft vor der Abwehr spielen, um die Lücke neben Schindzielorz zu schließen. Auch in der Rückrunde?

Stevens: Wir hoffen, dass Kostas das hinkriegt, mit Sebastian den Rücken von Vassilio freizuhalten. Wenn das nicht reicht, müssen wir eine offensive Kraft durch eine defensive ersetzen.

Frage: Wie sieht es denn in der Defensive aus? Wessels trainiert nach seiner Verletzung wieder mit. Kann er Bade wieder Konkurrenz machen?

Stevens: Es ist viel zu früh, um ein Urteil abzugeben. Im Moment ist Alexander Bade die Nummer 1 bei uns. Es geht mir nicht um Personen, sondern um die Leistung. Und die von Alexander stimmt.

Frage: Gab es Momente, in denen Sie es bereut haben, FC-Trainer zu sein?

Stevens: Nein, ich habe es nie bereut, dass ich beim 1. FC Köln unterschrieben habe. Natürlich sind auch Momente dabei, die nicht immer positiv sind. Aber damit muss man umgehen können.

Frage: In Köln sind Sie weit von Ihrer Familie entfernt, die in Eindhoven wohnt. Wie gehen Sie damit um?

Stevens: Da hat man dran zu knabbern, aber wir versuchen das hinzukriegen.

Frage: Kerkrade ist da schon näher, oder?

Stevens: Ja, ein Unterschied von einer Dreiviertelstunde.

Frage: Könnten Sie sich vorstellen, nach der Zeit beim 1. FC Köln wieder in den Niederlanden zu trainieren?

Stevens: Das kann ich mir vorstellen. Ich denke, dass ich nach Köln in Deutschland keinen Verein finden werde, der zu mir passt. Ich habe genug Erfahrungen gesammelt in Deutschland. Aber Niederlande - warum nicht?


Frage: Aus sicherer Quelle wissen wir, dass Roda Kerkrade nach Ablauf der Saison mit ihnen plant...

Stevens: Vor drei Monaten wurde das schon mal geschrieben, dass ich ein Kandidat wäre. Es ehrt mich, dass ein alter Verein wieder meinen Namen nennt. Das war bei PSV Eindhoven so und kürzlich auch bei Schalke. Aber jetzt kann ich auch nur sagen, dass ich mit keinem gesprochen habe, und dass ich einen Vertrag habe beim 1. FC Köln.

Frage: Servé Kuijper, der Präsident von Roda, hat dennoch gesagt, dass er Interesse hat. Sie haben nicht mit ihm gesprochen?

Stevens: Der Präsident hat sich bei mir nicht gemeldet. Wenn er sich so geäußert hat, wird er sich dabei etwas gedacht haben, aber auch nicht mehr als das. Mit Kerkrade habe ich nur über das Freundschaftsspiel gesprochen.

Frage: Der Vertrag von Roda-Coach William Vloet läuft aus. Man wünscht sich dort eine Zusammenarbeit mit Ihnen und Ramon Atteveld.

Stevens: Der ist mal ein Jahr bei mir Spieler gewesen. Ich kann nichts dazu sagen, ich bin auch heute erst damit konfrontiert worden. Was mir wichtig ist, ist der 1. FC Köln.

Frage: Ihr Vertrag läuft bei Nicht-Aufstieg aus. Wie sieht es denn beim Aufstieg genau aus?

Stevens: Er verlängert sich um ein Jahr, aber da sind auch wieder Dinge, die man besprechen muss. Es geht dann nicht nur um ein Papier. Wenn wir aufsteigen, dann werden wir gucken, ob wir Verstärkungen bekommen.

Frage: Und wenn Sie Ihre Wünsche nicht durchsetzen können?

Stevens: Dann denke ich nicht, dass ich der richtige Mann bin, um beim 1. FC Köln zu bleiben.

Frage: Sie wurden schon einmal vom FC Schalke aus dem laufenden Vertrag heraus gekauft.

Stevens: Aber Schalke ist eine andere Größe als Roda Kerkrade, vom Finanziellen her. Die Sache stört und ärgert mich. Ich werde konfrontiert mit Sachen, an denen ich nicht beteiligt bin. Wichtig ist: Gleich werde ich ein Training absolvieren und den Jungs wieder die Begeisterung bringen, die nötig ist, um das bringen, was wir erreichen wollen. Und das ist der Aufstieg.