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Köln: Tsiartas war der einzige Gewinner

Köln : Tsiartas war der einzige Gewinner

Am Ende wurde das RheinEnergieStadion mit einem Sirtaki beschallt, und 36.800 Zuschauer feierten nach dem 1:1 des FC gegen Rot-Weiß Erfurt Kölns neuen Griechen.

Am Montag war Vasileios Tsiartas verpflichtet worden, gestern setzte der Europameister das erste Ausrufezeichen. Sein Ausgleichstreffer in der vorletzten Minute bewahrte die „Geißböcke” vom Sturz von der Zweitliga-Tabellenspitze.

FC-Trainer Huub Stevens fühlte sich in seiner Rolle diesmal nicht so wohl. „Es war eine klare spielerische Steigerung”, meinte der Niederländer. „Aber guter Fußball muss nicht immer erfolgreich sein.” Was sicherlich für die zweite Halbzeit zutrifft. Denn im ersten Abschnitt tat sich in den Strafräumen nicht viel. Nur Ronny Hebestreit hatte Erfurts Führungstreffer auf dem Fuß, als er frei vor Bade aus sechs Metern den Kasten verfehlte (28.).

Beim FC liefs da noch nicht rund. Zwar stimmte die taktische Ordnung, aber die Spitzen konnten sich nicht durchsetzen. Lediglich einige Pässe von Tsiartas deuteten schon da an, dass die 250.000 Euro, die die Kölner für diese Saison in den Griechen investieren, sportliche Rendite abwerfen können. Der Mann kann mit dem Ball umgehen und hat einen Blick für den Mitspieler.

Die FC-Offensive kam erst nach der Pause ins Rollen. Immer wieder angetrieben vom Griechen. „Der kann einfach Fußball spielen”, rieb sich Präsident Wolfgang Overath die Hände. Doch nachdem Scherz, Podolski und Streit beste Chancen ausgelassen hatten, ging der Schuss nach hinten los. Sinkalas Rettungsaktion, die bei Alex Bade landete, wurde von Schiedsrichter Michael Weiner (Gießen) als Rückpass interpretiert. Der Freistoß aus sechs Metern erreichte über zwei Stationen Alexander Schnetzler, der problemlos aus nächster Nähe zum 1:0 für die Gäste traf (72.).

„Danach haben wir um das Tor gebettelt”, beschrieb Erfurts Trainer René Müller das Auftreten seiner Mannschaft in der Schlussphase. Stevens wechselte mit Marius Ebbers und Attila Tököli noch zwei Stürmer ein, doch es dauerte bis zur 89. Minute, ehe Tsiartas sein Debüt mit einem Volltreffer aus 18 Metern krönte.

„Kluge Pässe”

Grund genug für Trainer Huub Stevens, seinen neuen Regisseur öffentlich hervor zu heben. „Tsiartas hat mit klugen Pässen unsere Stürmer in Szene gesetzt”, betonte er, um einen Moment später zu relativieren: „Aber die anderen müssen sich noch daran gewöhnen, wie er Fußball spielt.” Wobei der Niederländer nach dem Schlusspfiff auch alles versuchte, seinen neuen Star aus dem Rampenlicht zu ziehen. Ins TV-Studio durfte der Europameister nicht, und auch sein Auftritt vor der versammelten Journaille war zeitlich stark limitiert. Da half Gattin Corinna aus, die via Premiere kundtat, dass sie unglaublich froh sei, dass Vasileios ein wichtiges Tor erzielt habe.

Der Protagonist hatte sich zwischenzeitlich in ganzen drei Sätzen geäußert. „Ich bin glücklich über mein Tor, aber mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden”, sagte der Europameister. „Aber mit jedem Training wird das Verständnis zu dem anderen Spielern besser.” Damit es beim FC nicht nur punktemäßig, sondern auch auf dem Rasen weiter in Richtung Erstklassigkeit geht. Das ist Tsiartas Bestimmung am Rhein.