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Köln: Torloser FC-Langeweiler gegen Bayern München

Köln : Torloser FC-Langeweiler gegen Bayern München

Der Grad der Erkenntnis hielt sich in engen Grenzen. Dass die Trainer ihre Karten zwei Wochen vor dem ersten Pflichtspiel auf den Tisch legen würden, war nicht zu erwarten. Doch überraschend war es schon, dass der Test zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München ein ausgeprägter Langweiler war. Torlos, ohne Tempo und Präzision: Die 42.000 Zuschauer schickten die Akteure mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Katakomben des RheinEnergieStadions.

Nur einer wurde von dieser Reaktion verschont. Lukas Podolski. Der Nationalstürmer schritt, als alle anderen schon unter der Dusche standen, bedächtig, aber mit erhobenem Kopf, vom Mittelkreis Richtung Südtribüne.

Dort winkte er den Fans zu und klopfte mit der rechten Hand auf die linke Brust. Ein Symbol der Verbundenheit des Bayern-Stürmers mit seiner Heimat. Da mussten sogar die TV-Sender mit ihren Interview-Wünschen zurückstehen.

Podolski redete erst später. „Wenn du zwei Jahre von einem Verein weg bist”, sagte er, „hat man dich vergessen. Aber die Kölner Fans sind fantastisch. Irgendwann werde ich wieder FC-Profi.”

Doch „irgendwann” hilft dem Aufsteiger vom Rhein aktuell nicht weiter. Die Offensivkraft im Kader von Trainer Christoph Daum ist derzeit äußerst beschränkt. Der einzige fitte Angreifer, Milivoje Novakovic, ist als Einzelkämpfer überfordert. Und sollte Manasee Ishiaku (Sprunggelenksverletzung) ausfällt, hätte der FC ein echtes Problem. Der Weggang von Patrick Helmes nach Leverkusen würde sich als Wechsel auf die Zukunft erweisen.

Doch da ist Daum anderer Meinung. Die Personalplanungen sind zwar noch nicht abgeschlossen, aber ein weiterer Angreifer steht auf der Prioritätenliste nicht an erster Stelle.

Der Trainer will zunächst noch einen „Sechser” verpflichten. „Es soll ein Spieler sein, der im Mittelfeld die Fäden zusammen hält”, formuliert er das Anforderungsprofil. Für einen solchen Mann würde der FC auch ein paar Millionen Euro auf den Tisch legen. Favorit auf den Job ist immer noch der Brasilianer Edinho.

Doch die Verhandlungen mit Porto Alegre laufen noch. Der Mann soll vier Millionen kosten. „Wenn dann noch Geld da ist, könnten wir uns noch nach einem Stürmer umsehen”, schiebt Daum nach.

Nach zwei Trainingslagern und neun Testspielen glaubt der 54-Jährige seinen Kader auf einem guten Weg. „Wir sind im Plan”, sagte er nach der Nullnummer gegen die Bayern. Und auch der neue Münchener Coach lieferte artig seine Grußadresse an die Gastgeber ab. „Die Kölner haben die Qualität im Kader, die Bundesliga sicher zu halten”, äußerte sich Jürgen Klinsmann. „Christoph Daum ist ein sehr guter Trainer. Der weiß schon, was er zu tun hat.”