Köln/Düsseldorf: „Toni” Schumacher fällt „Entscheidung des Herzens” für 1. FC Köln

Köln/Düsseldorf: „Toni” Schumacher fällt „Entscheidung des Herzens” für 1. FC Köln

Die „sympathische Belagerung”, von der Harald Schumacher sprach, dauerte eineinhalb Wochen. Dann ließ sich „Toni” überzeugen und fällte „eine Entscheidung des Herzens” für den 1. FC Köln.

„Ich weiß, wie Erfolg riecht. Wir müssen Leute hier hinholen, die wissen, wie Erfolg riecht - damit das auch weitergegeben wird” - so begründete die FC-Ikone die Bereitschaft, sich am 23. April auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des sportlich angeschlagenen Vereins als Vizepräsident zur Wahl zu stellen.

Ergo steht der ehemalige Nationaltorhüter nach der Rekordzahl von 422 Bundesligaspielen für den dreimaligen deutschen Meister vor einer möglichen zweiten Karriere - ehrenamtlich. Der FC ist sein Verein, obwohl sie ihn fast auf die Woche genau vor 25 Jahren nach seinem Enthüllungsbuch „Anpfiff” geschasst hatten. Das ist vergeben, seine Zuneigung zum Geißbockclub ist ungebrochen: „Ich bin hier groß geworden.” Es sei ein „Märchen, wieder beim 1. FC Köln zu sein”.

Und obwohl er noch gar nicht gewählt ist, will ihn der Verein sofort aktiv einbinden. Schumacher soll mithelfen, die Suche nach dem neuen Sportdirektor voranzutreiben und Chefcoach Stale Solbakken im Abstiegskampf zur Seite stehen. Aber: „Ich bin nicht da, um auf ihn aufzupassen.”

„Toni Schumacher ist in der Fußball-Welt bestens vernetzt. Er ist in der Lage, auf Augenhöhe über grundlegende fußballerische Themen zu diskutieren”, lobte der Kölner Verwaltungsratschef Werner Wolf die Fähigkeiten des 76-maligen Nationalspielers und WM-Zweiten von 1982 und 1986.

Schumacher, der durch sein Foul am Franzosen Patrick Battiston bei der Weltmeisterschaft 1982 negative Berühmtheit erlangte, steht als eines von drei Präsidiumsmitgliedern zur Wahl. Als Chef ist Werner Spinner, früherer Top-Manager der Leverkusener Bayer AG, vorgesehen. Markus Ritterbach, Vorsitzender des Festkomitees des Kölner Karnevals, soll ebenfalls „Vize” werden. „Wir werden diese Aufgabe mit der nötigen Ernsthaftigkeit, aber auch mit Freude und Spaß angehen, wenn die Mitglieder uns ihr Vertrauen aussprechen”, ließ Spinner wissen.

Eine zweite Gruppe um den ehemaligen FC-Profi, -Geschäftsführer und -Vizepräsident Karl-Heinz Thielen wurde vom Verwaltungsrat nicht zugelassen. Thielen hatte am Dienstag seine Bereitschaft erklärt, gemeinsam mit Verwaltungsratsmitglied Franz-Josef Wernze und dem einstigen Präsidenten-Stellvertreter Bernd Steegmann Verantwortung übernehmen zu wollen.

Die Wahl der Spinner-Gruppierung scheint nicht sicher. Thielen ist bei den FC-Anhängern beliebt. Als Manager holte er Trainer Hennes Weisweiler in die Domstadt und feierte mit dem Coach 1977 den Sieg im DFB-Pokal und ein Jahr später das Double - bei den Fans unvergessen.

Bekommen Spinner, Schumacher und Ritterbach zweimal keine Stimmenmehrheit, käme es zu einem dritten Wahlakt. Thielen erklärte bereits, eine Woche vor der Entscheidung darüber befinden zu wollen, ob er, FC-Investor Wernze und Zahnarzt Steegmann trotzdem antreten und ihre Chance wahrnehmen wollen.