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Hoenderloo: Strahlemann auf der Suche nach dem Glück

Hoenderloo : Strahlemann auf der Suche nach dem Glück

Simon Rolfes strahlt über das ganze Gesicht. Selbst drei Einheiten pro Tag im niederländischen Trainingslager nahe Hoenderloo schlagen dem 21-jährigen Neu-Alemannen nicht aufs Gemüt. Im Gegenteil.

„In Aachen herrscht eine bessere Kameradschaft als in Bremen. Das liegt vor allem daran, dass hier fast nur Deutsche spielen. Es kann viel intensiver kommuniziert werden. Die Spieler sind offener”, sagt der frühere Werderaner. Und so einen „Typ wie Willi Landgraf habe ich ja noch nie erlebt. Der hat immer einen Spruch drauf”, erzählt der Mittelfeldmann.

Vor seinem Wechsel zum Tivoli kannte der 1,89 Meter große Linksfuß aus dem aktuellen Alemannia-Kader nur Stefan Blank.

Zwischen Juni 2001 und Winter 2002 spielten die beiden Talente zusammen bei Werders Amateuren. Blank fand sein Glück in Aachen.

Rolfes versuchte es weiter bei Werder, schaffte aber auch in der vergangenen Spielzeit trotz starker Leistungen bei den Amateuren nicht den Durchbruch im Profikader des Deutschen Meisters und Pokalsiegers. „Die Konkurrenz war einfach zu stark.”

So musste Stefan Blank auch keine große Überzeugungsarbeit leisten, um seinen Freund zum Tivoli zu lotsen. Zumal Sportdirektor Jörg Schmadtke seine Fühler schon vor einem Jahr nach dem Westfalen (geboren in Ibbenbüren) ausgestreckt hatte. „Für mich stand lange fest, dass meine Zukunft nicht in Bremen liegen konnte”, sagt Alemannias neue Nummer 8.

Und da Aachen sich sportlich ausgesprochen positiv entwickelt habe, sei für ihn der Neubeginn am Tivoli geradezu optimal. „Ich will mich im defensiven Mittelfeld etablieren und mit der Mannschaft erfolgreichen Fußball spielen”, blickt der nebenberufliche „Fernstudent” im Studiengang Sportmanagement nach vorne. „In Bremen haben wir immer step-by-step gedacht.

Die Erwartungshaltung in Aachen ist so groß, dass wir von Spiel zu Spiel unsere Arbeit verrichten und noch kein konkretes Saisonziel formulieren sollten.” Dabei sind seine ersten fußballerischen Eindrücke von der neuen Mannschaft durchweg positiv: „Wir sind in der Breite sehr gut besetzt und haben zahlreiche Variationsmöglichkeiten.”

Privat liebt der Junggeselle keine Variationen, ist glücklich liiert mit Freundin Helena (22), die weiterhin ihre Wohnung in Köln behält. Ihr Lebensgefährte hat derweil seine Zelte in Verlautenheide aufgeschlagen und richtet die Konzentration auf den Auftakt gegen Frankfurt.

„Mein erstes U-21-Länderspiel habe ich auf dem Tivoli beim 4:1 gegen Holland gemacht. Da war der Jubel schon groß. Aber der Jubel wird noch viel größer sein, wenn ich mit der Alemannia auf dem Tivoli spiele und wir die Eintracht schlagen.”

Und noch immer strahlt Simon Rolfes über das ganze Gesicht.