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Duisburg/Köln: Stevens auf der Suche nach dem richtigen Weg

Duisburg/Köln : Stevens auf der Suche nach dem richtigen Weg

Nach dem erbärmlichen letzten Auftritt des Jahres war Huub Stevens geladen bis in die Haarspitzen. Sichtlich bemüht, die Fassung nicht zu verlieren. Doch intern redete der Trainer des 1. FC Köln seinen Profis am Morgen nach der 0:1-Pleite beim Herbstmeister MSV Duisburg intensiv ins Gewissen.

„Ich habe den Spielern einige Dinge mit auf den Weg gegeben, über die sie in den nächsten zwei Wochen nachdenken können”, sagte der der Niederländer, als er seinen Kader nach dem Auslaufen in den Winterurlaub geschickt hatte.

Doch nicht nur die Kicker haben sich in der beschaulichen Adventszeit gedanklich mit der sportlichen Situation zu befassen. Auch Huub Stevens muss seine Rolle hinterfragen. Hat er seine Formation zu oft geändert, seine Personalentscheidungen zu häufig an den Stärken des Gegners ausgerichtet und zu selten auf die eigenen Qualitäten gesetzt?

Der Trainer, der es ablehnt, von einem System zu sprechen, sondern immer nur in Defensiv- und Offensivordnung denkt, muss im Urlaub die Lösung finden, wie er Erfolg und Spielkultur beim FC miteinander verbinden und verwirklichen kann.

„Keinen guten Fußball gespielt”

Die Fähigkeit zur Selbstkritik ist bei den Spielern durchaus vorhanden und wurde nach dem 0:1 von Duisburg durch Aziz Ahanfoufs Elfmetertreffer (75.) deutlich. „Wir haben keinen guten Fußball gespielt”, sagte Lukas Podolski, bevor ihn der DFB-Fahrdienst zur Nationalmannschaft nach Frankfurt beförderte. „Wie sonst auch.”

Klare Worte eines ambitionierten Profis, der mit Klinsmanns Kader gestern nach Asien aufgebrochen ist. Denn die Kölner sind als Topfavorit auf den Aufstieg nur selten in der abgelaufenen Halbserie ihrem Selbstanspruch gerecht geworden. Taktik-Experten hatten oft ihre helle Freude an den FC-Aufführungen, Anhänger des gepflegten Fußballs kamen dagegen kaum einmal auf ihre Kosten.

Mit 34 Punkten aus 17 Spielen hat der FC aber die Basis zum direkten Wiederaufstieg geschaffen. „Wir sind im Soll”, befand Alex Voigt. „Klar, wir haben nicht immer gut gespielt, und die Niederlage war ärgerlich, aber man soll jetzt nicht alles schlecht reden.”

Option auf Erfolg

Die Rückrunden-Vorbereitung beginnt am 27. Dezember, am 23. Januar steht für den FC in Cottbus das erste Pflichtspiel auf dem Programm. Solange hat Stevens Zeit, Vasileios Tsiartas zu integrieren. In Duisburg überforderte der Grieche seine Kollegen und fand kaum Bindung zum Spiel. Das soll sich aber ändern. Denn der begnadete Fußballer ist Kölns Option auf Erfolg und magische Momente.