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Genk: Star-Ensemble spielt ein schräges Stück

Genk : Star-Ensemble spielt ein schräges Stück

Strammen Schrittes suchte Francesco Totti den direkten Weg. Wenigstens das gelang - auf der Schlussetappe zum Bus ließ der Superstar alle Hindernisse stehen. Bloß weg hier.

Auf dem Rasen hatte das zuvor ganz anders ausgesehen. Die Kommentare der italienischen Journalisten begannen mit „Mamma mia” und endeten bei „Santa Madonna”.

Es ist eher unwahrscheinlich, dass Totti sich den Namen Igor Tomasic merken wird, den Verteidiger, der wie eine Zecke am Trikot mit der Nummer 10 gehangen hatte. Nur einmal patzte Tomasic, Antonio Cassano traf mit einem Kopfball aus 20 (!) Metern. Neun Minuten vor dem Abpfiff war der haushohe Favorit mit einem blauen Auge davon gekommen.

„Noch zwei Siege, dann sind wir durch”, sagte Fabio Capello nach dem 1:0 bei KRC Genk. Der Trainer des italienischen Vizemeisters AS Rom lebt eigentlich im Schlaraffenland: Acht seiner Stammspieler sind auch in ihren Nationalteams gesetzt.

Panucci und Tommasi, Emerson und Candela, im Angriff Totti und Batistuta - Namen wie Musik. Capello darf sich sogar den Luxus erlauben, zur Halbzeit einen Weltmeister - Cafú - auszuwechseln.

Allerdings: Am Mittwoch schienen durchweg die minder talentierten Zwillingsbrüder der Stars im „giallorosso”-Trikot zu stecken. Der Trainer: „Für Samstag müssen wir uns Sorgen machen.” Dann geht es in der Meisterschaft gegen Udine.

Totti gegen Capello, Capello gegen Cassano

Roma, nur dank viel Wohlwollens des Liga-Verbandes erneut mit einer Lizenz bedacht, liegt weit hinter den Erwartungen zurück. Totti macht Politik gegen Capello und empfahl seinem Chef noch in der vergangenen Woche, er solle nicht Körperteilen zur Last fallen, die gen-Italien liegen.

Capello nimmt sich den Nachwuchs zur Brust, wie Antonio Cassano. Der hatte zuletzt beim 0:0 in Athen die Aufforderung, sich auf die Einwechslung vorzubereiten, missverstanden und die bequeme Sitzhaltung eingenommen. Ausgerechnet dieser 20-Jährige traf nun im Fenix-Stadion. Frieden mit Cassano? „Ich brauche mit niemandem Frieden zu schließen”, erklärte der Trainer barsch, „ich verlange nur Respekt.”

Den zollte das Publikum den Verlierern. „Es war ohnehin schwierig”, sagte KRC-Coach Sef Vergoossen, „aber nach zehn Minuten wurde es noch schwieriger.” Torhüter Jan Moons, von dem belgische Kollegen berichten, er sei eine latente Gefahrenquelle, hatte sein Hoheitsgebiet eigenmächtig erweitert und Hand gespielt.

Mit zehn Mann war Genk ganz dicht dran am Punktgewinn; Wesley Sonck, der Flamen-Star, trommelte verzweifelt mit den Fäusten auf den Rasen, als die letzte Chance über die Latte entschwunden war.

Am 12. November dürfen sie noch mal die Bühne stellen für einen Auftritt der europäischen Elite. Dann kommt Real Madrid. Bis dahin ist das Aus wohl besiegelt, auch die Chance dahin, im UEFA-Cup zu verbleiben. Vergoossen: „Es ist schwierig, Dritter in der Gruppe zu werden. Aber ausschließen kann man nichts.”