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Köln: Sieg über Schalke sorgt für Ruhe im Kölner Lager

Köln : Sieg über Schalke sorgt für Ruhe im Kölner Lager

Der Messias übte sich in demonstrativer Bescheidenheit: „Das ist ein Riesenerfolg für die Mannschaft. Ich bin nur dazu da, die Spieler und den Verein zu unterstützen”, beschrieb Kölns Trainer Christoph Daum nach Spielschluss seinen Anteil am 1:0-Erfolg über Schalke - und ließ die staunende Zuhörerschaft auch noch Anteil haben an seinem gärtnerischen Talent.

„Das ist wie ein Samenkorn, das du in den Boden reinsteckst. Man gießt und gießt, und schwupp, kommt was zum Vorschein.” Was da dank des Grünen Daumens von Christoph Daum zum Vorschein gekommen ist, reichte aus, den FC Schalke 04 von der Tabellenspitze zu stürzen, die Serie von elf Spielen in Folge ohne Niederlage zu brechen.

Und dank der mutigen Umstellung gleich auf drei Positionen - Kevin Pezzoni im defensiven und Fabrice Ehret im offensiven Mittelfeld erhielten ihre ersten Bundesliga-Einsätze, Nemanja Vucicevic stand in der Startformation - lässt sich die Entstehung des Kölner Überraschungssieges auch fußballerisch beschreiben.

„Wir konnten auf den Außenpositionen früh stören und haben Rafinha und Pander aus dem Spiel genommen, Novakovic hat die beiden Innenverteidiger gebunden. So haben wir das Schalker Spiel zum Stehen gebracht”, erläuterte ein aufgeräumter Daum.

Eine Analyse, die auch die Spielstatistik bestätigt: Die Mannschaft von Fred Rutten schlug zwar rekordverdächtige 27 Flanken, doch wurde über 90 Minuten lang kein einziger Schuss auf das Kölner Tor registriert.

Königsblauer Stillstand auch dank der bärenstarken Leistung von Vucicevic, der die meisten Schüsse auf das Schalker Gehäuse abfeuerte. „Wir sind gelaufen wie verrückt und haben alles gegeben”, freute sich der Serbe, der erst kurz vor Anpfiff erfahren hatte, dass er spielen würde. „Für mich ist jedes Spiel wie ein Champions-League-Spiel.”

Dank des unverhofften Sieges kann der FC die Derby-Fahrt nach Mönchengladbach mit mehr Selbstvertrauen und breiterer Brust angehen. „Ist doch klar, dass die Leute murren, wenn eine Flanke daneben geht”, zeigte Vucicevic Verständnis für die aufkommende Unruhe.

„Die Leute leben und beten für uns.” Vielleicht bekam sogar Christoph Daum himmlische Hilfe. „Die eigentliche Überraschung war für mich, dass ich den Fabrice Ehret habe spielen lassen”, meinte der 54-Jährige süffisant.