Aachen: Sentimentale Reise in die Vergangenheit

Aachen: Sentimentale Reise in die Vergangenheit

Es sind eigentlich ausnahmslos besondere Spiele für Friedhelm Funkel, seit er den Job als Cheftrainer von Alemannia Aachen übernommen hat. Der Auftrag lautet, spätestens nach dem 34. Spieltag mindestens drei Mannschaften hinter sich zu lassen.

Die nächste Etappe am Freitagabend ist dann aber doch noch mal eine spezielle, ein ganz besonders „besonderes Spiel für mich”. Funkel kehrt zurück zum VfL Bochum, mit dem er im Sommer fast erstklassig war, der ihn nach verpatztem Saisonstart jedoch am 14. September vor die Tür setzte. Fünf Tage später heuerte der 57-Jährige am Tivoli an - nun kann er mit einem Sieg an der Castroper Straße den VfL überholen.

Funkel macht keinen Hehl daraus, dass die Fahrt ins Ruhrgebiet eine fast schon sentimentale Angelegenheit wird. „Das Verhältnis zur Mannschaft war überragend und ist es nach wie vor. Ich freue mich, wenn wir uns wiedersehen.” Klar sei aber auch: „Die wollen das Spiel gewinnen, wir wollen das Spiel gewinnen.” Der Alemannia-Coach kennt sein ehemaliges Team wohl besser als sein Nachfolger in Bochum, Andreas Bergmann. „Es wird sehr schwer fallen, mich zu überraschen”, sagt Friedhelm Funkel. „Es ist nicht einfach, gegen den VfL zu spielen. Das wird ein harter Brocken. Unter normalen Umständen” - ohne das Relegations-Trauma gegen Borussia Mönchengladbach und ohne Verletzungspech - „würde Bochum jetzt da stehen, wo Fürth, Düsseldorf, Eintracht Frankfurt, St. Pauli stehen. Ich gehe davon aus, dass der VfL die untere Tabellenregion bald verlassen wird.”

Dass die einst „Unabsteigbaren” noch am Dienstag im DFB-Pokal beschäftigt waren, sieht Funkel nicht als Vorteil. Im Gegenteil: Mit dem Erfolg in Unterhaching habe Bochum „weiter Selbstvertrauen getankt. Doch wir werden gut eingestellt sein. Die Frage ist: Was lässt Bochum zu?”

In den letzten beiden Spielen hat Alemannia die ersten vier Punkte unter Funkel geholt. „Diesen zarten Aufschwung wollen wir fortsetzen. Die Mannschaft hat sich gerade den Sieg am Sonntag gegen Ingolstadt hart erarbeitet und viel investiert. Sie ist mit besserer Stimmung in die Einheiten gegangen”, und das lag nicht dar­an, dass der Trainer in dieser Woche das Pensum gedrosselt hat - für mehr Frische am Freitagabend.

Ob die Aufstellung - abgesehen von der Rückkehr Boy Watermans zwischen die Pfosten - unverändert bleibt nach dem ersten Saisonsieg, oder ob Bas Sibum nach verbüßter Gelbsperre wieder seinen Platz einnimmt, das will sich Friedhelm Funkel „in Ruhe überlegen und erst am Spieltag entscheiden”.

Kevin Maek wieder verletzt

Den nächsten Rückschlag musste unterdessen Kevin Maek einstecken: Der 22-jährige defensive Mittelfeldspieler, der nach seinem Wechsel von Werder Bremen II bereits zwei Monate ausgefallen war (Syndesmosebandriss), erlitt nun einen Riss des Innenmeniskus. Ob eine Operation notwendig ist, entscheidet sich bis zum Wochenende.