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Aachen: Schnörkellose Rückkehr in den Spieler-Kader

Aachen : Schnörkellose Rückkehr in den Spieler-Kader

Exakt zwei Alemannia-Fans haben Mirko Casper eine Erfahrung voraus: Sie haben das neue Saisontrikot mit dem Namen „Casper” und der Rückennummer 28 beflocken lassen - und tragen das gute Stück vermutlich auch, wenn die Profimannschaft spielt. Ganz im Gegensatz zum Namensgeber, der den Kartoffelkäfer-Dress bislang nur bei drei Spielen der U23 überstreifen durfte.

„Ich habe in der Zweiten Mannschaft erst eine Halbzeit, dann 70 Minuten, dann 90 Minuten gespielt. Zunächst steht man nach sechs Monaten Pause wieder auf dem Platz und denkt ,Hoffentlich passiert bloß nichts. Bei 100 Prozent kann ich noch nicht sein, aber ich kann eine gewisse Zeit Vollgas geben”, schätzt der 26-Jährige ein.

Ein Trainings-Zweikampf hatte einen traurigen Höhepunkt unter ein Seuchenjahr für den Defensiv-Allrounder gesetzt: Dem Muskelfaserriss folgte ein Meniskus-Anriss, dem Zweikampf mit Daniel Brinkmann im Training („Den habe ich nicht kommen sehen und war nicht richtig unter Spannung”) folgte der Kreuzbandriss im linken Knie - früher fast gleichbedeutend mit dem Karriereende.

„Volles Vertrauen”

Mirko Casper wurde gleich operiert: Ein Stück Oberschenkel-Sehne wurde entnommen, mehrfach gefaltet und als Ersatz-Kreuzband arthroskopisch eingesetzt. Noch in der Reha-Klinik verlängerte Alemannia den auslaufenden Vertrag mit dem Verteidiger. „Das war für mich ganz wichtig. Auch, dass der Vertrag über zwei Jahre läuft und nicht nur über eins, sonst hätte ich nach der Reha ein halbes Jahr unter Bewährung spielen müssen”, würdigt Mirko Casper den Schritt des Vereins. „Ich wollte schnell fit werden und das in mich gesetzte Vertrauen zurückzahlen.”

Der Weg zurück in den 18er-Kader verlief ebenso schnörkellos wie sich der ehemalige Lehramts-Student auf dem Platz präsentiert: Kapitän Reiner Plaßhenrich verletzt, Hrvoje Vukovic erkrankt, so tauchte Mirko Casper schon gegen Koblenz und dann gegen Oberhausen wieder auf dem Spielberichts-Bogen auf. „Komplette Trainingswochen zu haben und den Rhythmus am Spieltag zu spüren, war sehr wichtig.”

Trainer Jürgen Seeberger hält der 43-Jährige große Stücke auf „seine” Nummer 28: „Ich gebe ihm volles Vertrauen und habe klar die Ansage gemacht, dass es wichtig ist, in die Mannschaft reinzudrängen.” Eine Forderung, deren Erfüllung sich Mirko Casper zutraut: „Beim Trainer zählt nur Leistung, wer die bringt, wird mit weiteren Einsätzen belohnt. Ich habe Vertrauen in mein Knie und traue mir zu, Stammspieler zu sein.” Gegen den VfL Osnabrück, zwei Punkte hinter der eigenen Marschtabelle zurück, verspricht Seeberger ein heißes Geduldsspiel: „Das Ergebnis läuft nur über uns”, meint der Trainer selbstbewusst. „Wir müssen den Gegner aggressiv anlaufen, dann gehen wir als Sieger vom Platz.”