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Aachen: Schmadtke: „Bei Verhandlungen kein Softie”

Aachen : Schmadtke: „Bei Verhandlungen kein Softie”

Der Manager trug ein schwarzes Hemd. Sicherlich nur aus modischen Gründen. Schließlich ist Jörg Schmadtke schon seit fünf Jahren tätig bei der Alemannia - und entsprechend (Krisen) gestählt. Da kann man gewohnt locker beim Training der Profis auftauchen, auch wenn sein kongenialer Partner, Trainer Dieter Hecking, von der schwarz-gelben Fahne zu gehen droht.

Mit dem Sportdirektor sprach unser Redakteur Bernd Schneiders.

Der Trainer hat signalisiert, dass er aus privaten Gründen das Angebot aus Hannover annehmen möchte. Damit ist Dieter Hecking doch als Trainer bei der Alemannia verbrannt, selbst wenn sich der Klub nicht mit 96 einig wird!

Schmadtke: Das ist doch alles im Bereich der Spekulationen.

Aber so steht es doch in Ihrer Pressemitteilung.

Schmadtke: Sie müssen mal anfangen, lesen zu lernen. Die Pressemitteilung ist wirklich gut. Da steht alles drin, private Gründe, wir möchten Hecking halten, ich soll Gespräche mit Hannover führen. Dass er geht, steht nicht drin. Das leitet ihr her.

Um eine möglichst hohe Ablöse zu bekommen, hätte man doch offiziell zumindest kategorisch ablehnen müssen. Jetzt kann Hannover in dem Wissen pokern, dass Dieter Hecking als Trainer nicht mehr tragbar ist und den Teufel an die Wand malen: Alemannia steht ohne Ablöse und ohne Trainer Dieter Hecking da.

Schmadtke: Ich kenne nicht die Gedankengänge Hannovers. Ich bin aber nicht dafür bekannt, Dinge zu verschenken oder bei Verhandlungen ein Softie zu sein.

Kann es denn sein, dass Sie gleich im Paket mit Hecking zusammen gehen? Schließlich wackelt auch Ilja Kaenzig, Sportmanager der 96er, gewaltig.

Schmadtke: Ich bin damals bei Jörg Berger auch nicht im Zug nach Rostock gefahren. Kaenzig ist auch immer noch im Amt. Ich beteilige mich nicht an Spekulationen.

Also ist es klar: Sie bleiben hier?

Schmadtke: Klar ist gar nichts. Warum sollte ich das bestätigen? Ich bin hier!

Der Klub und Dieter Hecking führen private Gründe an. Geld soll ja auch schon mal eine Rolle spielen. Könnten auch die Ereignisse und Querelen der letzten Wochen einen Einfluss gehabt haben?

Schmadtke: Warum? Dafür gibt es keine Anzeichen. Was ist denn passiert? Ich höre auch immer nur, dass es bei Alemannia immer so sei, dass es hausgemachte Probleme gibt. Das stimmt nicht, das ist falsch. Das ist Vergangenheit. Seit fünf Jahren geht es nur in eine Richtung: stetig aufwärts, stetig nach oben.

Zurück zu den von Ihnen so abgelehnten Spekulationen: Wie sehr würde der Verein Schaden nehmen, wenn Hecking geht? Schmadtke: Ein Verein ist immer dann gut aufgestellt, wenn er eine Struktur besitzt.

Wie wichtig ist denn ein Trainer?

Schmadtke: Der Trainer ist auch nur eine Position. Der Erfolg ist nicht ausschließlich davon abhängig.