1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: Rheinisches Derby: Das Duell der Kapitäne geht an Dirk Lottner

Köln : Rheinisches Derby: Das Duell der Kapitäne geht an Dirk Lottner

Das Duell der Kapitäne fand am Montag im Rhein-Energie-Stadion nur einmal statt. Der Gewinner war Alemannias Kalla Pflipsen.

Er entschied aber nur die Seitenwahl für sich und schickte seinen Torhüter Stephan Straub vor die Süd-Tribüne. Der Rest der Show gehörte FC-Spielführer Dirk Lottner.

Wesentlich aktiver als sein Aachener Amtskollege war der 30-Jährige. Pflipsen, der 1990 ausgerechchnet in Müngersdorf sein erstes Bundesliga-Tor erzielt hatte, blieb über weite Strecken blass und konnte dem Spiel der Alemannia keine Impulse geben. Kölns Andrew Sinkala engte die Kreise des Aacheners wirkungsvoll ein.

Das schaffte der Ex-Kölner Ivica Grlic nicht. Ausgerechnet sein Gegenspieler Dirk Lottner setzte das erste Ausrufezeichen. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff drosch er die Kugel mit links in Straubs Kasten.

Das achte Saisontor des FC-Kapitäns war der Lohn für eine durchaus ordentliche Leistung im ersten Durchgang. Lottner war laufstärker, engagierter in den Zweikämpfen und konsequenter in der Vorwärtsbewegung. Und er demonstrierte seine Klasse bei ruhenden Bällen.

Endgültig zum Mann des Spiels schien Lottner kurz nach dem Seitenwechsel geworden zu sein. Er tauchte alleine im Alemannia-Strafraum auf und überlupfte Straub diesmal. Saisontor Nummer 9 im 19. Meisterschaftsspiel - noch nie war er für den FC so wertvoll wie in der laufenden Spielzeit.

Und das soll auch noch bis 2006 so bleiben. Solange will er für die „Geißböcke” spielen. „Wenn die Leistung stimmt”, schränkt er ein. Danach will er eine andere Tätigkeit im Verein übernehmen.

Karlheinz Pflipsen trabte durch das Mittelfeld, ohne große Akzente setzen zu können. Zwar brachte er einmal Ivanovic in Position, aber auch das zog keinen zählbaren Erfolg nach sich. Es war einfach nicht der Abend des Alemannia-Kapitäns. Er konnte keine Zeichen setzen und war die Schwachstelle in der Mannschaft vom Tivoli.

Eine nicht besetzte Schaltzentrale ist in einer solchen Begegnung fast nicht zu verkraften. Das konnte auch ein so laufstarker Spieler wie Eric van der Luer nicht wettmachen, zumal der blonde Niederländer selbst genug mit seinem Gegenspieler zu tun hatte.

Florian Kringe hatte auf der rechten Kölner Seite einige gute Szenen und stellte den Ex-Kerkrader vor Probleme. Die Dortmunder Leihgabe hatte ihren großen Auftritt, als sie die Kugel zum 3:0 ins Aachener Gehäuse bugsierte.

Von Ewald Lienen systematisch demontiert, von Friedhelm Funkel wieder aufgebaut: Dirk Lottner ist beim FC mittlerweile wieder der uneingeschränkte Chef auf dem Platz. Er führt die Mannschaft.

Das konnte man am Montagabend von Karlheinz Pflipsen nicht behaupten. Auch wenn der abschließend noch zum 3:3 auflegte.