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Problembewusstsein statt Populismus

Problembewusstsein statt Populismus

Fußballer sind darauf geeicht, schneller zu reagieren als zu denken. Als Verantwortlicher eines Vereins sollte es besser anders herum laufen. Als Bayer Manager Rudi Völler die Mönchengladbacher nach ihrem Einspruch gegen die Spielwertung öffentlich ans Kreuz nagelte, war ihm der Beifall gewiss.

Problembewusstsein statt Populismus wäre angebrachter gewesen. Ein Vorfall wie in Mönchengladbach hätte in anderen Sportarten wie Biathlon oder Radsport keine Verniedlichungsreaktionen oder Aufrufe zu - falscher - Solidarität ausgelöst.

Der Fußball aber wähnt sich noch in einer Sonder-Welt. Überall wird gedopt - nur in der Sportart, wo mit derart riesigen Summen jongliert und das Menschenmaterial aufs Äußerste strapaziert wird, soll es nur Saubermänner geben?! Ha!

Der immer wiederkehrende Hinweis auf die negativen Proben der beiden Hoffenheimer entblößt die unfassbare und unverantwortliche Naivität von Völler & Co. Mit Tabuisierung und Augenverschließen dient man nicht der Sache. Regeln müssen eingehalten, Verstöße dürfen nicht als Kavaliersdelikte abgetan werden.