1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Bielefeld: Perfekter Einstand für Luhukay

Bielefeld : Perfekter Einstand für Luhukay

Mit Jos Luhukay ist der Erfolg zu Borussia Mönchengladbach zurückgekehrt, doch auf eine offizielle Beförderung zum Cheftrainer muss der Niederländer noch warten. Nach dem Ende der langen Misserfolgsserie und dem Rücktritt von Jupp Heynckes hat der bisherige Assistent des abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten aber beste Voraussetzungen, seinen Job zu behalten.

„Wir werden das in aller Ruhe entscheiden. Wir haben heute genau hingesehen, und es ist erfreulich, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Nach wie vor haben wir mit keinem anderen Trainer gesprochen”, sagte Sportdirektor Peter Pander nach dem 2:0 (1:0)-Erfolg bei Arminia Bielefeld.

Beim ersten Sieg seit fast vier Monaten und dem ersten Auswärtserfolg in dieser Saison präsentierten sich die Gladbacher unter dem Heynckes-Nachfolger in erstaunlicher Verfassung. „Das war ein Befreiungsschlag”, sagte Borussen-Profi Michael Delura. Und auch Luhukay befand nach einem „aufregenden” Spiel, dass die Mannschaft wieder ein Gesicht gezeigt hat. „Das war eine tolle Einheit.”

In der Freude über den Erfolg zeigte der bisherige Co-Trainer wie viele seiner Profis Größe. „Ich widme diesen Sieg Jupp Heynckes. Ich habe großen Respekt vor ihm, und ich freue mich, dass er gesehen hat, dass die Mannschaft nicht so schlecht ist”, sagte Luhukay. Mittelfeldspieler Peer Kluge, der zuletzt nur zweite Wahl war, betonte: „Dieser Sieg war auch für Jupp Heynckes, der nicht so schlechte Arbeit geleistet hat, wie es dargestellt wurde.”

Ausschlaggebend für den ersten Sieg nach zwölf Begegnungen war auch ein neues Spielsystem mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und einer Sturmspitze. So nutzte der überragende Argentinier Federico Insua schon nach 28 Minuten die Gelegenheit zum 1:0, Nationalspieler Marcell Jansen ließ kurz vor Ende der Partie nach einem Konter das 2:0 folgen.

„Das hat heute prima geklappt. Ich hoffe, dass der Trainer das so weiterführen kann. Nach einem Sieg hat er das verdient”, befand Borussen-Profi Eugen Polanski. Mit einem weiteren Erfolg am Samstag im Derby gegen Alemannia Aachen können die Gladbacher schon wieder die Abstiegsränge verlassen.

Weitaus weniger Grund zur Zufriedenheit hatte Bielefelds Trainer Thomas von Heesen, der sein Team gleich auf fünf Positionen veränderte. Nach acht Spielen ohne Sieg musste sich der spätestens zum Saisonende scheidende Coach schon „von Heesen raus!” -Rufe” gefallen lassen. „Das ist ein Rückschlag, aber wir dürfen uns nicht verrückt machen lassen”, meinte der Arminen-Coach.

Nach Aussagen des Clubvorstandes, der in der kommenden Woche Bruno Labbadia oder Co-Trainer Frank Geideck als neuen Chefcoach für die nächste Saison präsentiert, ist von Heesens Position bis zum Sommer gefestigt. „Thomas von Heesen ist Trainer, und er bleibt Trainer”, sagte Finanz-Chef Roland Kentsch.

Noch zehren die Ostwestfalen vom Punktepolster ihrer guten Hinrunde mit dem zwischenzeitlichen Sprung auf Platz fünf. Doch der Abstand zu den Abstiegsrängen beträgt nur noch vier Punkte. „Das ist alles nicht angenehm, aber es gibt Schlimmeres. Wir sollten jetzt nicht den Fehler machen, alles schlecht zu reden”, forderte Kapitän Mathias Hain. „Außerdem haben die Gladbacher sehr gut gespielt und waren hervorragend eingestellt”, befand der Torhüter.