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Köln: Paukenschlag in Köln: Overath holt Stevens

Köln : Paukenschlag in Köln: Overath holt Stevens

Wolfgang Overath versprach den Mitgliedern die Rückkehr zu besseren Zeiten und wurde mit 1313 roten Stimmkarten belohnt.

Die Mitglieder des 1. FC Köln wählten am Montagabend im Congress-Centrum der Kölnmesse den 60-jährigen auf der außerordentlichen Versammlung zum achten Präsidenten des Bundesliga-Absteigers.

Overath tritt die Nachfolge des am 7. Mai zurück getretenen Albert Caspers an und ließ am Ende der einstündigen Veranstaltung die Bombe hoch gehen. Der neue FC-Chef teilte unter brausendem Beifall den Mitgliedern mit, dass der Klub sich am Wochenende von Trainer Marcel Koller getrennt hatte und präsentierte am Montag schon mit Huub Stevens den Nachfolger.

Nachdem Overath die stehenden Ovationen über sich hatte ergehen lassen, hielt er ein flammendes Plädoyer für die Fachkompetenz von Marcel Koller und begründete den Wechsel in der sportlichen Führung. „Wir glauben nach wie vor, dass er ein sehr guter Trainer ist”, rief Overath in den Saal. „Aber wir glauben nicht, dass er dem Druck standgehalten hätte, der nach der ersten Niederlage entstanden wäre.”

Nach knapp acht Monaten ist die Schweizer Episode am Geißbockheim also vorbei. „Wir mussten handeln”, betonte Overath. Zumal man den „besten Trainer, der zurzeit zu haben ist”, unter Vertrag nehmen konnte.

Der Niederländer, der immer noch in der Nähe von Sittard zu Hause ist, war zuletzt bei Hertha BSC, davor bei Schalke 04 beschäftigt. Stevens gilt in der Szene als fairer, harter Arbeiter und Verfechter eiserner Disziplin. Sein Vertrag beim FC gilt zunächst für ein Jahr und verlängert sich im Falle des Aufstiegs automatisch um weitere zwölf Monate.

Zuvor wurde Friedrich Neukirch zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Bereits am Nachmittag hatte der Verwaltungsrat Jürgen Glowacz als zusätzlichen „Vize” neben Neukirch und Bernd Steegmann bestellt. Auch hier gab es überwältigende Zustimmung in der Mitgliederschaft.

Der erste Applaus für „König Wolfgang” brandete aber schon auf, als die FC-Ikone fünf Minuten vor Beginn der Veranstaltung den Saal im feinen blauen Blazer betrat. Denn das Wahlvolk verknüpft mit Overaths Inthronisierung eine dauerhafte sportliche Perspektive.

Und der neue Messias vom Rhein tat auch alles, um dem schon vor seiner Wahl gerecht zu werden. Nachdem Verwaltungsrats-Chef Helmut Haumann den Kandidaten Overath unter tosendem Beifall vorgeschlagen hatte, sprach der Ex-Weltmeister zu seinem Volk: „Der 1. FC Köln muss in einigen Jahren wieder zu den Spitzenklubs in Deutschland gehören. Der 1. FC Köln ist für mich und meine Freunde eine Herzensangelegenheit. Meine Rolle verstehe ich dabei als das Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses Klubs. Wir müssen sofort wieder in die Bundesliga aufsteigen und uns dort etablieren.”

Der Fan unter dem Logo des Geißbocks hörte diese Worte gerne. Sie waren Balsam auf die Wunden, die die drei Abstiege innerhalb von sechs Jahre hinterlassen und den FC in seine größte sportliche Krise gestürzt haben. Zudem Overath ja auch noch einen Ausrüstervertrag mit „adidas” als Mitgift einbrachte.

In der nächsten Saison werden die Geißböcke in den Schuhen mit den drei Streifen kicken, ab Juli 2005 dann komplett im Outfit des Unternehmens, dessen Repräsentant Overath jahrzehntelang war.

Aber auch der Vorgänger des neuen FC-Präsidenten erhielt in Abwesenheit einige Streicheleinheiten. „Unser Dank gilt Albert Caspers, der ein wirtschaftlich hervorragend bestelltes Unternehmen übergeben hat”, sagte Overath.