Eupen: Paukenschlag bei der AS Eupen

Eupen: Paukenschlag bei der AS Eupen

Paukenschlag beim ostbelgischen Fußball-Zweitligisten AS Eupen: Die Eupener trennten sich am Freitag von ihrem italienischen Investor Antonio Imborgia und gingen eine Kooperation mit deutschen Partnern ein, an deren Spitze der Leverkusener Spielerberater Ingo Klein steht.

Klein, der die Sportmarketingfirma „Creative Concept International” betreibt und Kuratoriumsmitglied der Deutschen Sporthilfe ist, brachte gewissermaßen in seinem Gepäck den neuen Trainer Wolfgang Frank mit. Der früherer Bundesligaprofi (u.a. VfB Stuttgart) arbeitete zuletzt als Trainer bei Carl Zeiss Jena.

Die Eupener erhoffen sich von der neuen Partnerschaft, die zunächst auf drei Jahre angelegt ist, in ruhigeres Fahrwasser zu kommen. Nachdem der Abstieg aus der 1. Division Ende Mai feststand und auch der Versuch scheiterte, die weitere Zugehörigkeit zur ersten Liga einzuklagen, war in den vergangenen Tagen in Eupen über die Zukunft des Vereins spekuliert worden. Gerüchte machten in der Stadt bereits die Runde, wonach der Verein nicht nur Imborgia loswerden wollte, sondern gleich der Bankrott drohte. Die Vereinsführung dementierte entsprechende Berichte und beteuerte, einen Plan B im Falle einer Trennung von Imborgia zu haben. Dieser Schritt wurde am Freitag vollzogen.

Junge Spieler sollen kommen

Imborgia war vor zweieinhalb Jahren in Eupen eingestiegen, als die AS Tabellenletzter der Zweiten Liga war. Innerhalb von 18 Monaten gelang zunächst die Rettung in der 2. Division und im Mai 2010 der Aufstieg in die 1. Division. Während der vergangenen Saison weilte Imborgia allerdings größtenteils in Italien. Zudem erwiesen sich seine Entscheidungen im sportlichen Bereich größtenteils als falsch, die AS tauschte gleich dreimal den Trainer aus. Mit der neuen deutschen Partnerschaft wird sich nicht nur die Umgangssprache im Verein, die zuletzt vornehmlich Italienisch und Französisch war, ändern.

Während in den vergangenen Jahren vor allem Spieler aus unteren italienischen Ligen verpflichtet wurden, soll künftig von der Nähe zum deutschen Markt profitiert werden: „Wir wollen junge Spieler nach Eupen holen, die bei Vereinen aus der 1. und 2. Bundesliga erstklassig ausgebildet worden sind, aber bei ihren Vereinen noch nicht den Durchbruch geschafft haben”, so Klein, dessen Verbindung zur AS bislang darin bestand, Berater von Stürmer Freddy Mombongo zu sein.

Wolfgang Frank beschrieb seine Aufgabe am Freitag als „hochinteressant”: „Ich habe mich kurzfristig dazu entschlossen, das Angebot anzunehmen. Als ich die Infrastruktur gesehen habe, war mir klar, dass es sich um ein Projekt mit einer großen Perspektive handelt. Ich muss die Mannschaft mit vielen neuen Spielern auf ein ansprechendes Niveau bringen.” Am Sonntagnachmittag leitet Frank zum ersten Mal das Training in Eupen. Die Ziele in der ersten Saison werden nicht allzu hoch gesteckt, obwohl die AS hofft, sich für die Aufstiegsrunde zu qualifizieren. Langfristig wird die Rückkehr in die 1. Division angestrebt.