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Mönchengladbach: Partnerschaft statt verbrannte Erde

Mönchengladbach : Partnerschaft statt verbrannte Erde

Er ist einer von Hans Meyers früheren „Charakterspielern”: Max Eberl, Borussia Mönchengladbachs Nachwuchsdirektor.

Und so glaubt man ihm schon eher, wenn er eine Kooperation in der Jugendarbeit mit vier Amateurklubs mit den Worten einleitet: „Ich war immer ein Teamplayer. Und auch bei unserem Konzept liegt die Betonung auf partnerschaftlich. Ich halte nichts von Obrigkeitsformen.” Und deshalb sollen bei der Zusammenarbeit mit dem FC Germania Dürwiß, FC Wegberg-Beeck, SC Kapellen/Erft und SC Union Nettetal beide Seiten profitieren - und vor allem die Talente selbst. Eben vermieden werden soll bei den kleinen Klubs der Eindruck: „Die nehmen uns nur die Talente weg.”

Eberl, der seit gut zwei Jahren im Nachwuchsbereich arbeitet, veranschaulicht den Ansatz. „Wenn es drei Talente im Raum Eschweiler gibt, dann empfehlen wir ihnen, geht zu Dürwiß. Dann müssen sie ihr soziales Umfeld nicht verlassen, müssen keine langen Fahrten auf sich nehmen und spielen dennoch hoch. Dort werden sie gefördert und ausgebildet. Und wenn sich dann einer so entwickelt, dass er für uns interessant ist, holen wir ihn hoch. Die anderen zwei helfen Dürwiß.”

„Breitere Basis”

Damit soll ausgeschlossen werden, dass Talente frühzeitig zum Bundesligisten gezogen werden, es dort möglicherweise nicht schaffen und „dann verbrannt sind und ganz aufhören” (Eberl). „Es geht darum, eine breitere Basis zu erhalten, dann haben wir auch eine gute Spitze.”

Ausgesucht wurde auch nach regionalen Aspekten, um Überschneidungen zu vermeiden. Die Kriterien waren zudem: eine gute Jugendarbeit, eine gute Infrastruktur, und der Klub muss mit seinem Nachwuchs in höheren Ligen spielen.

Unterstützt werden sollen die vier Partner - ein fünfter soll noch dazu kommen - durch gemeinsame Turnierveranstaltungen, Trainer-Austausch, Trainer-Fortbildungen und -Seminare.

Dabei sollen Borussias Jugendtrainer auch zu den Vereinen gehen, um etwa Vätern, die mit den Mannschaften arbeiten, ein besseres Training zu ermöglichen. „Geld fließt nicht, sondern nur Leistungen”, betont Gladbachs Sportdirektor Peter Pander. „Das Konzept ist langfristig angelegt. Man kann nicht schon in zwei Jahren Ergebnisse erwarten.”

Stimmen muss aber die Philosophie, die den Vereinen als Leitfaden vorgegeben wird: die Viererkette ist ein Maßstab, ansonsten soll der Schwerpunkt auf der Förderung der Kreativität liegen. Zyniker könnten derzeit empfehlen, auch die Gladbacher Profis in dieses Konzept aufzunehmen...