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Mönchengladbach: Offenheit führt zur 0:2-Pleite

Mönchengladbach : Offenheit führt zur 0:2-Pleite

Borussia Mönchengladbach richtet sich im Tabellenkeller der Bundesliga ein. Durch ein 0:2 gegen Hertha BSC wird der Niederrhein-Klub sogar von Cottbus überholt und rutscht auf Rang 17 ab.

„Die erste Halbzeit war katastrophal. Das dürfen wir uns nicht leisten”, schimpfte Borussias Torhüter Jörg Stiel nach der „Pleite-Total".

Den Gegner vom eigenen Strafraum fern halten, ist eine Forderung von Hans Meyer und empfiehlt sich speziell, wenn das Personal in der Defensive nicht das verlässlichste ist. Markus Münch muss das wohl falsch verstanden haben.

Der verbal und sportlich offensive Routinier zuckelt gemütlich vom gegnerischen Strafraum zurück Richtung heimisches Tor, sein Kontrahent nutzt den Ausflug des Barons genüsslich aus: Alex Alves düpiert Peer Kluge und zieht per Spann zum 1:0 ab (9.).

Fünf Minuten drauf verliert Aidoo den Ball in der Vorwärtsbewegung, Michael Preetz legt quer auf Marcelinho, der Brasilianer schickt seinen Landsmann Alves erneut auf die Torreise. Münch hebt das Abseits auf, und der Brasilianer versenkt freistehend zum 2:0.

Damit war das Spiel vorbei. „Wenn man so schnell führt, ist es sehr schwer für den Gegner bei diesen Platzverhältnissen zu kommen. Für uns wurde es dadurch einfacher. Aber eigentlich ist es im Jahre 2003 nicht mehr nötig, auf einem solch schlechten Platz zu spielen”, kommentierte Hertha-Coach Huub Stevens.

Das Gladbacher Publikum reagierte nicht ganz so nachsichtig, eher so, wie Zuschauer in solchen Situationen eben reagieren: „Wir wolln euch kämpfen sehen.”

Mit Fußball spielen wäre den Platzherren auch schon gedient gewesen: Doch schwierige Platzverhältnisse, Unsicherheit nach dem Schock und bekannte Unzulänglichkeiten im Abschluss verhindern, dass vor der Pause noch der Anschlusstreffer fiel.

„Wir haben nicht offensiv, sondern offen gespielt”, ärgerte sich Hans Meyer. „Wir standen viel zu weit weg von den Gegnern und haben nach dem Rückstand richtig naiv agiert.”

Die Halbzeit 2 sah eine Schein-Überlegenheit der Borussia, ohne große Torchancen. „Die Jungs hatten sich richtig was vorgenommen. Doch das 0:1 war ein richtiger Schlag ins Gesicht”, glaubt Meyer.

Die vom Boulevard gestreute Unzufriedenheit mit dem Fußball-Lehrer mochte Meyer nicht kommentieren. „Dann können wir jeden zweiten Tag eine Pressekonferenz einberufen und diesen Schwachsinn kommentieren.”

Doch dann tat er es doch. „Glauben Sie mir: Sie finden in jeder Mannschaft drei, vier Unzufriedene. Oder gar einen, der mein Gesicht nicht mehr sehen kann.”

Dazu zählt Torhüter Jörg Stiel offensichtlich nicht. Wie ist denn das Verhältnis zu Hans Meyer, wurde der Schlussmann gefragt. „Wunderbar”, lautete die Antwort.

Dann fehlt nur noch, dass die Gladbacher auch mal wieder eine wunderbare Leistung zeigen. Am Mittwoch gegen Wolfsburg zum Beispiel.