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Aachen: OB Philipp: Kühle Reaktion auf Alemannias Kritik

Aachen : OB Philipp: Kühle Reaktion auf Alemannias Kritik

Am Samstagabend trafen sie sich dann fast zufällig. Beim Volleyballsieg von Alemannias Bundesliga-Frauen. Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und Alemannias Präsident Alfred Nachtsheim hatten plötzlich noch ein anderes Gesprächsthema: Die wuchtige Kritik des Klubs in Richtung Rathaus.

Der Werbeträger Alemannia fühlt sich dort nicht sonderlich gut behandelt, vermisst Rückendeckung und Gesprächsbereitschaft. Verwundert reagierte Aachens Verwaltungschef auf die Vorhaltungen. Philipp ging bis zur Berichterstattung von einem entspannten Verhältnis aus. Er hält die öffentlichen Vorhaltungen nicht für „besonders klug”.

Die Wertschätzung für den Klub sei ausgeprägt, widersprach er den Eindrücken der Funktionäre. „Diese Tatsache ist auch daran erkennbar, dass wir mit großem Engagement im letzten Frühjahr für die Bürgschaft gesorgt haben.”

Dieses Verfahren verlange nun einmal ständige Nachfragen beim Klub. „Das erscheint Alemannia wohl manchmal zu lästig.” Gleichwohl verabredeten Nachtsheim und Philipp am Rande des Volleyballspiels, für mehr Verständnis für die unterschiedlichen Positionen in ihren Häusern zu werben.

In der Sache sind die Fronten geklärt: „Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die Stadt das Stadion übernimmt”, sagt der Chef der klammen Kommune. Bislang habe er auch keinen Vorschlag des Zweitligisten erhalten. „Wenn der Aufsichtsratsvorsitzende Meino Heyen uns das vorstellen will, bekommt er natürlich einen Termin.” Der Klub hatte nach eigenen Aussagen eher den Eindruck gewonnen, dass Philipp und besonders seine Kämmerin Annekathrin Grehling die Aachener Delegation in diesem Punkt nicht einmal anhören wollten.

Durch das Bürgschaftsverfahren ist Alemannias Handlungsspielraum reduziert, der Sportetat wird in dem Vertrag auf sieben Millionen Euro gedeckelt. Die von den Geschäftsführern Frithjof Kraemer und Erik Meijer angestrebte Aufstockung scheint zu scheitern.

„Ich kann doch nicht umgehen, was der Rat verabschiedet hat”, sagt Philipp. Er hat eine andere Idee, wie der Klub sich aus den Fängen der Bürgschaft lösen könnte: „Am einfachsten wäre es, wenn Alemannia diese Bürgschaft nicht brauchen würde.” Ansonsten prallt Alemannias Kritik am OB ab: „Es gibt keinen Anlass zu reagieren.”