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Köln: Nur die Kölner Fans setzen Impulse

Köln : Nur die Kölner Fans setzen Impulse

Es war angerichtet für einen großen Fußballabend. Dafür hatten die Kölner Fans mit vielerlei Ideen gesorgt. So tauchten sie die Südtribüne in ein rot-weißes Meer - eine optisch beeindruckende Demonstration der Zuneigung.

Doch der 1. FC musste sich mit einem 0:0 gegen die stark ersatzgeschwächte Elf von 1860 München zufrieden geben. Auch deshalb, weil die Jungspunde von Trainer Marco Kurz, der gegen Ende der Partie vier A-Jugendliche und zwei Debütanten auf dem Platz hatte, ihre Chancen vor allem nach der Gelb-Roten Karte gegen McKenna (39.) liegen ließen.

„Aufgrund unserer personellen Situation und die dadurch zu Beginn erkennbaren Abstimmungsprobleme bin ich zufrieden mit dem Ergebnis”, gab Kurz zu Protokoll. Kollege Christoph Daum bemängelte einmal mehr „die fehlende Genauigkeit im Abschluss und mangelnde Laufbereitschaft”.

Dabei hatte seine Mannschaft, von der großartigen Stimmung angetrieben, höchst engagiert losgelegt und sich in den ersten 15 Minuten Chancen erarbeitet. So viele, wie in den letzten fünf, sechs Spielen zusammen nicht. Wie angekündigt, hatte Daum seine Elf auf einer Position verändert. Aber nicht der auch am Freitag schwache Nemanja Vucicevic musste dem torgefährlicheren Adil Chihi weichen, sondern Thomas Broich nahm auf der Bank Platz. Vucicevic übernahm dessen Position, Chihi kam über links.

Und sorgte dort mit großem Elan und Einsatz zunächst für viel Wirbel und Gefahr. So legte er zunächst für Novakovic auf (8.), der an Keeper Hofmann scheiterte. Chihi selbst hämmerte dann auf den Kasten und verfehlte nur knapp (12.). Oder er bediente Helmes, dessen Kopfball Hofmann großartig parierte (13.). Weitere FC-Chancen blieben ohne zählbaren Erfolg. Münchens einzige Möglichkeit bis dahin durch Kucukovic vereitelte Mohamad kurz vor der Linie.

Aber nach gut 15 Minuten war die Anfangsoffensive im dunklen Himmel über Müngersdorf entschwunden. Bewegungslosigkeit, Lauffaulheit, Aufbauprobleme machten sich wieder einmal breit. Und das Mittelfeld der Gastgeber machte seinem Ruf als Kölner Schwachstelle einmal mehr alle Ehre. Der Eindruck eines geistigen Verfalls drängte sich auf. Zum Beispiel, als der viel zu langsame, bereits gelbverwarnte McKenna am 16er Gebhard bei einem Konter von den Beinen holte und von Schiedsrichter Knut Kircher per Gelb-Roter Karte zum Duschen geschickt wurde (39.).

Glück für den FC, dass die „Kurz-Bande” nach der Pause mit ihrer Überzahl nichts anzufangen wusste, obwohl sie fußballerisch wesentlich mehr zeigte als der Gastgeber. Glück auch, dass Kölns Keeper Faryd Mondragon selbst Großchancen etwa von Holebas (72. und 73.) oder Danny Schwarz (72.) zunichte machte. Da hatte Daum längst statt Broich zu bringen und Antar defensiver zu stellen, den langsamen Suazo und Matip (beide 46.) eingewechselt, die aber keine Impulse setzten. Dafür waren an diesem Abend erneut alleine die Fans zuständig.