1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Bielefeld: Nur die Gladbacher Fans sind erstklassig

Bielefeld : Nur die Gladbacher Fans sind erstklassig

Es ging überhaupt nichts! Ein Fußballspiel der Marke Alptraum. Oder in Zahlen: Arminia Bielefeld 0, Borussia Mönchengladbach 0.

90 Minuten wurde bei herrlichem Freibad-Wetter um jeden Millimeter gekämpft. Nicht auf dem Rasen - auf den Tribünen. Die Augenlider drohten den mehr als 26000 Leidgeprüften entscheidend über die Pupillen zu rutschen.

Allein die Trainer hatten diese Sorgen nicht. Dafür 22 andere, die in sportlichen Leibchen eine Plastikkugel malträtierten. „Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir ruhiger und vor allem besser Fußball spielen”, zeigte sich Borussen-Trainer Holger Fach einsichtig. Langeweile lässt sich nicht schön reden.

Allein die zweifelhaften Einlagen des schauspielerisch überaus begabten Arminen Fatmir Vata sorgten für Aufregung.

Immer wieder überraschte der Albaner die kompromisslosen aber spielerisch armseligen Borussen-Manndecker mit seinem Kunststück, scheinbar schneller zu Boden zu gehen, als es die Schwerkraft möglich macht.

Pech für Borussia: Als Statisten für Vatas Darstellungen des sterbenden Schwans suchte sich der albanische Nationalspieler immer wieder Marcello Pletsch aus. Der fand das gar nicht witzig.

Dumm nur, dass Vata im musikalisch vorgebildeten Pianisten Herbert Fandel einen treuen Fan gewonnen hatte, der Pletsch frühzeitig erlöste. Der Deutsch-Brasilianer kommentierte eine Fandel-Entscheidung mit dem Scheibenwischer und durfte sich abkühlen (36.).

Läuferischer Aufwand

Eine geschlagene Stunde mussten sich die Gäste in Unterzahl zur Wehr setzen. „Ein Kompliment an die Mannschaft, der läuferische Aufwand war hervorragend. Außerdem haben wir keine großen Chancen zugelassen”, lobte Fach die Widerstandskraft seiner Zehn. Aber was heißt hier zur Wehr setzen? Beide Mannschaften übertrafen sich in spielerischen Unzulänglichkeiten.

Die Arminia schoss zwar 14 Mal auf das Gladbacher Tor, doch nur Küntzel, Owomoyela und Buckley zeigten brauchbare Versuche. Gladbach wiederum erschien, abgesehen von einem Neuville-Freistoß, erst in der Schlussminute aussichtsreich vor dem Gehäuse des Aufsteigers - in Gestalt des eingewechselten Vaclav Sverkos. Doch dessen Versuch, Torsteher Matthias Hain zu überwinden, reihte sich nahtlos an das Pannenspektakel der Kollegen.

Ein besserer Gegner hätte die Borussia an diesem Tage auseinander genommen. Das Gladbacher Spiel litt unter einem unerklärlichen Schlampigkeits-Syndrom mit unsinnigen Foulspiels (Ivic), leichtsinnigen Fehlpässen (Ziege) und sinnlosen langen Bällen (Strasser). „Da muss man so ein Spiel einfach gewinnen”, haderte Arminen-Übungsleiter Uwe Rapolder entsprechend. Doch Fehlanzeige. Im Dunstkreis der Gehäuse versagten den Akteuren die Beine.

Allein die Fans - vor allem die vom Niederrhein - waren mehr als erstklassig. Sie gewannen den Kampf gegen die Schläfrigkeit. Man hätte ihnen gewünscht, sie wären ins Freibad gegangen und hätten sich dieses Spiel erspart.