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Köln: Murat Yakins jähe Kehrtwende

Köln : Murat Yakins jähe Kehrtwende

Am Ende geriet der vermeintliche Transfer des Schweizer Nationalspielers Murat Yakin von Meister FC Basel zum 1. FC Köln zum Ärgernis.

Der 30-Jährige hatte nach seiner ersten Trainingseinheit und nach der Einigung beider Vereine über die Ablösesumme (geschätzte 700.000 Euro) urplötzlich keine Lust mehr, beim 1. FC Köln die Rolle des Abwehrchefs zu übernehmen.

Statt sich dort Sonntag den Fans bei der Saisoneröffnung (ab 13.30 Uhr) im Spiel gegen Fenerbahce Istanbul zu präsentieren, begleitete Yakin den FC Basel am Abend nach Thun zu einem Testspiel - als Zuschauer.

Basels Coach Christian Gross schloss einen Einsatz aus, weil sich der FCB-Kapitän „einen Muskelfaserriss zugezogen hat”. Seltsam: Den Medizin-Check in Köln hatte Yakin ohne Beanstandung hinter sich gebracht und dann Donerstag mittraniert!?

Die urplötzliche Kehrtwende des nicht unumstrittenen Nationalspielers, den Rapolder gerne als Abwehrchef den jungen Marvin Matip und Lukas Sinkiewicz zur Seite gestellt hätte, könnte einen ziemlich dreisten Hintergrund haben.

Wie es in der Schweiz hieß, hatte Yakins vermeintliches Wechsel-Interesse nach Köln das Ziel, einen Vertrag in Basel über 2006 hinaus zu erwirken, weil er zuletzt verletzungsbedingt kaum gespielt hatte. Plötzlich war da das Kölner Interesse.

War Yakins Gegeninteresse ein „Schaulaufen”, um den eigenen Wert zu Hause zu steigern? Allerdings: Warum sollte der FC Basel seine ursprüngliche Ablöseforderung (dem Vernehmen nach 1,2 Millionen Euro) so drastisch reduzieren, wenn er Yakin unbedingt halten will?

Im Schweizer „Blick” erklärte der Innenverteidiger seine Absage an Köln so: „Ich war wie zerrissen. Ich habe gespürt, dass ich nicht hundertprozentig überzeugt war.”

Ob Yakin in Basel wieder zum Einsatz kommt, erscheint Schweizer Medien zufolge fraglich. Der „Tagesanzeiger” hält ironisch fest: „Wie diese Transfersaga ausging, kann keinen mehr überraschen. Es war einfach ein Ende à la Yakin.

Schon Hakan hatte einst über Monate an den Nerven der Basler gezerrt, Murat hat es jetzt während kurzer Wochen getan. Man kann den Klubverantwortlichen nur viel Spass wünschen mit Yakin.”

Mit seiner Absage hat Yakin Köln wohl eher einen Gefallen getan, weil heftige Widerstände gegen eine Verpflichtung laut geworden waren. Und, so Rapolder, wäre Yakins Desinteresse erst in ein paar Wochen zutage getreten, „hätte großer finanzieller Schaden entstehen können. „Aber auch so wird etwas an mir hängen bleiben, weil ich ihn haben wollte. Wir haben zwei Wochen Zeit verloren.”

Die Suche nach einem Abwehrchef fängt von vorne an...