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Köln: Mit Galgenhumor und Optimismus nach 0:8-Blamage

Köln : Mit Galgenhumor und Optimismus nach 0:8-Blamage

Hobby-Bauer Wilhelm Schäfer, der Hüter von Geißbock Hennes, war da. Auch ein Kamerateam von RTL hatte sich in die Kälte hinausgewagt.

Und natürlich reizten die Skatfreunde Wind und Wetter zum Trotz um die Wette. Doch ansonsten versammelten sich am Mittwoch gerade einmal 20 Kiebitze am Geißbockheim, um die Fußballer des 1. FC Köln nach der 0:8-Packung im Viertelfinale des DFB-Pokal beim FC Bayern München in Augenschein zu nehmen.

Viel zu sehen gab es sowieso nicht, denn die kölschen Kicker liefen sich den Frust mit einer Runde durch den Grüngürtel von der Seele und verschwanden dann flugs in die Umkleidekabine.

Viel zu erklären gab aber es auch nicht. So ein Ergebnis spricht schließlich für sich. Dass es „eine Blamage war”, wie Manager Andreas Rettig unumwunden zugab, davon hatten sich die Zuschauer im Olympiastadion und an den Fernsehgeräten schon live überzeugen können. „So etwas kann passieren, wenn die Bayern richtig Ernst machen. Erklären kann man so etwas nicht”, äußerte sich Markus Happe am Mittwoch mit fragendem Blick.

So hatte er auch keine Antwort parat, warum sich der FC gegen den Rekord-Meister überhaupt nicht zur Wehr setzte (es gab keine einzige Gelbe Karte für einen Kölner Spieler). „Angst hatten wir eigentlich nicht. Und zu verlieren hatten wie eigentlich auch nichts.”

Oder doch. Ein Bayern-Fan meinte im Internetforum der Bayern jedenfalls sarkastisch: „Bis zur fünften Minute war es richtig spannend.”

Nach der Pleite dürfte auch dem letzten Fan der aktuellen Kaderspieler klar geworden sein, dass die Mannschaft zwar in der 2. Liga oben mitmischen kann, aber in dieser Zusammensetzung keine Bundesligatauglichkeit besitzt. „Wir müssen uns quantitativ und qualitativ verstärken”, hat Rettig die Zeichen der Zeit längst erkannt.

„Und überhaupt. Der Aufstieg ist viel, viel wichtiger als der Pokal. Der Sprung in die Erste Liga hat absolute Priorität.”

Trainer Friedhelm Funkel blickt nach vorn: „Diese Niederlage - so weht sie auch tut - werden wir nun gemeinsam aufarbeiten. Am Montag, im Spitzenspiel der 2. Liga gegen Alemannia Aachen, werden wir mit 28.000 Fans im Rücken in unserem Stadion eine ganz andere FC-Mannschaft erleben. Das verspreche ich.”

Doch eines bleibt gewiss: „Wir werden wohl, als die FC-Mannschaft der Rekorde in die Vereinsgeschichte eingehen”, übte sich Kapitän Dirk Lottner in Galgenhumor. „Erst die 1033 Minuten ohne Torerfolg, dann unsere Serie von 23 Spielen ohne Niederlage, und jetzt die höchste Niederlage einer Kölner Mannschaft in einem Pflichtspiel.”

Tore: 1:0 Elber (7.), 2:0 Hargreaves (20.), 3:0 Schweinsteiger (31.), 4:0 Elber (32.), 5:0 Schweisteiger (50.), 6:0 Ze Roberto (56.), 7:0 Elber (70.), 8:0 Sagnol (88.) Zuschauer: 13.000