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Mönchengladbach: Meyer: „Ein Erfolgserlebnis ist durch nichts zu ersetzen”

Mönchengladbach : Meyer: „Ein Erfolgserlebnis ist durch nichts zu ersetzen”

Da sitzt man mit Hans Meyer in einem Raum, und da haut dieser „eisern-kauzige Sprücheklopfer” - um mal die gängigsten Beschreibungen zu kombinieren - als wichtigste Botschaft ´nen ganz banalen Spruch raus: „Ein Erfolgserlebnis”, sagt Hans Meyer, „ein Erfolgserlebnis ist durch nichts zu ersetzen.”

Auch wenn der Nachfolger von Jos Luhukay vielerorts als Wunderheiler willkommen geheißen wurde: Er verspricht keine Wunder. Meyers erstes Fazit nach drei Trainingstagen beim Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach lautet: „Durchwachsen.”

Er habe zwar „eine Menge ganz guter Fußballspieler” gesehen, doch eine Frage wird auch bis zum Anpfiff des Spiels gegen den Karlsruher SC am Samstag um 15.30 Uhr im Borussia-Park nicht zu beantworten sein. Was gibt die Psyche der Spieler her? Ist der Kopf frei oder macht er die Beine schwer?

Meyer weiß es (noch) nicht, „ich muss mich erst einmal mit dem begnügen, was mir Christian Ziege und Max Eberl erzählen”. Der ständige Dialog mit Co-Trainer und Sportdirektor soll den Weg weisen in die Erfolgsspur, der nicht gepflastert sein wird mit schönem Fußball. „Bevor wir an die Ästhetik denken, müssen wir erst einmal gewinnen.”

Durch den spektakulär erkämpften 2:1-Erfolg der Frankfurter über den Gast im Nachholspiel am Mittwoch ist die Borussia wieder Tabellenletzter, und Hans Meyers etwas kryptischer Spruch „wir stehen dort, wo wir stehen” heißt so viel wie: „Wir stehen zu Recht dort.”

Der neue Trainer lamentiert nicht über Pech oder sonst was - er arbeitet lieber. Und spricht viel, er macht das, was er auch schon bei seinem ersten Amtsantritt auf dem Bökelberg vor neun Jahren tat. Max Eberl, 1999 bei Meyers Gladbach-Premiere rechter Außenverteidiger, erinnert sich: „Er hat damals viele Gespräche geführt, die Aggressivität rausgekitzelt, die in dieser Situation notwendig ist.”

Drei Spieler sind gesetzt

Welche elf Spieler der Trainer für die Anfangself nominieren wird, daraus macht Hans Meyer ein Geheimnis. Weil: Noch sind seine Eindrücke bruchstückhaft, noch weiß er nicht alle Akteure genau einzuschätzen. Gesetzt sind nur drei Akteure: Steve Gohouri, Sebastian Schachten und Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Die drei Defensivspieler sind verletzt und sitzen auf der Tribüne. Alles weitere ist vorerst Spekulation.

Ob Uwe Gospodarek wieder im Tor steht oder Christofer Heimeroth zurückkehrt, wen Meyer als seine „Charakterspieler” auswählt, die in der Hierarchie oben stehen. Natürlich wird Patrick Paauwe einer dieser Fußballer sein, dank seiner Klasse dürfte auch Filip Daems dazugehören. Gespannt darf man auf die Rolle Oliver Neuvilles sein; der Kapitän ist noch nicht richtig in der Bundesliga angekommen, und „seine” Position als „hängende Spitze” gibt es im von Meyer bevorzugten 4-3-3-System so nicht.

Große Änderungen sind im Vergleich zum kampfstarken Bochum-Auftritt nicht zu erwarten, spannend dürfte jedoch die Frage sein: Wer verteidigt auf der rechten Seite für Gohouri: Marcel Ndjeng, der nach seiner Einwechslung in Bochum enttäuschte? Oder „klettert” der zuletzt noch schlechtere Tobias Levels von der Tribüne in die Startelf? Oder gibt es gar ein Experiment mit dem in Bochum als „Sechser” starken Sebastian Svärd (für den dann Gal Alberman ins Team rücken könnte)? Spekulationen hin, Spekulationen her - ein Erfolgserlebnis ist durch nichts zu ersetzen.