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Köln: Matthias Scherz - ganz unten

Köln : Matthias Scherz - ganz unten

Das ist ganz, ganz bitter für den 1. FC Köln, der nach dem 2:2 (1:1) gegen den VfB Stuttgart kaum noch vor dem dritten Abstieg zu retten ist. Wieder wurde eine über weite Strecken engagierte Leistung der „Geißböcke” nicht mit einem Sieg belohnt.

Und wieder spielten individuelle Fehler Schicksal. Nur eine Minute nachdem die Kölner ein wenig Hoffnung schöpften, als Markus Feulner mit einem fulminanten Schuss aus etwa 18 Metern sein erstes Tor für den FC und das 2:1 markiert hatte, schlug das Schicksal zu.

Nach einer Flanke köpfte Stuttgarts Silvio Meißner im Strafraum das Spielgerät Richtung Kölner Tor - und Matthias Scherz verlängerte per Kopf ins eigene Netz, was ihm zu Saisonbeginn beim 0:1 in Mönchengladbach schon einmal widerfahren war. FC-Keeper Wessels - machtlos. Meißner hatte die VfB-Führung besorgt (28.), die Florian Kringe mit seinem ersten Tor für Köln ausglich (45.).

„Es ist noch etwas möglich”

Nur ein Pünktchen statt deren drei sammelte die Mannschaft von Trainer Marcel Koller somit und muss nun für Liga 2 planen. Da können Wessels und Koller noch so sehr die Mathematik bemühen. Der Trainer: „Solange wir rechnerisch noch eine Chance haben, kämpfen wir weiter. Die Mannschaft hat heute wieder sehr engagiert gespielt. Das muss auch in den nächsten Spielen so sein.” Wessels hielt fest: „Wir haben aufopferungsvoll gekämpft. Das war ein wichtiger Punktgewinn, es ist noch etwas möglich.”

Indes kam Pechvogel Matthias Scherz wie ein geprügelter Hund aus der Kabine, obwohl ihm Trainer und Kollegen Trost gespendet hatten: „Es ist schon ein bisschen pervers. Erst hau ich den Ball nach zehn Minuten gegen die Latte, später dann ins eigene Tor, und in der 89. Minute hätte ich mir gewünscht, dass der Ball ins richtige Tor gegangen wäre. Aber manchmal ist man eben ganz unten. Ich muss jetzt versuchen, damit umzugehen, bin sehr unglücklich und brauche sicher zwei oder drei Tage, das zu verarbeiten.”

„Sehe immer noch die Chance auf den Titel”

Auch VfB-Coach Felix Magath bemühte die Mathematik. Seine Rechnerei freilich handelt von der Meisterschaft: „Ich bin enttäuscht, hatte hier drei Punkte fest eingeplant, aber ich sehe immer noch die Chance auf den Titel. Jetzt kommt Werder Bremen zu uns, und dann sehen wir weiter.” Wenig sah unterdessen DFB-Teamchef Rudi Völler von Nationalspieler Kevin Kuranyi, der seit Wochen neben der Spur läuft und auch in Köln überhaupt nichts zuwege brachte.

Auf Seiten der Gastgeber lösten wie schon häufiger Marcel Kollers späte Einwechslungen Verwunderung aus: Mit dem genesenen Lukas Podolski (69. für Kringe) und Giovanni Federico (87. für Lottner) brachte er zwei Offensivkräfte viel zu spät. „Lukas hatte nach der langen Reha erst wieder zwei Trainingseinheiten absolviert, womit sich die Frage nach einer früheren Einwechslung verbietet”, rechtfertigte sich der Trainer, der mittlerweile eher Mutlosigkeit und Ideenlosigkeit ausstrahlt als Aufbruchstimmung.

Lottner-Kritik an Podolski

FC-Kapitän Dirk Lottner schüttelte einmal mehr mit dem Kopf: „Wir machen immer dieselben Fehler und haben wieder nichts in der Hand. Meissner hätte nicht zu diesem Kopfball kommen dürfen. Kringe war für ihn eingeteilt, und wenn dann für ihn ein anderer reinkommt, muss er das wissen”, kritisierte der Kapitän Lukas Podolski, der kurz vor dem Ausgleich für Kringe gekommen war. Fast resignierend fügte er an: „Wieder eine Riesenchance vertan. Nun müssen wir´s halt in Freiburg versuchen.”