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Mainz: Mainz bestraft FC-Angsthasen

Mainz : Mainz bestraft FC-Angsthasen

Die großen Taten wurden vor dem Anpfiff vollbracht. „Das ist ein entscheidendes Spiel”, befand Christoph Daum. Der Trainer des 1. FC Köln stufte den Auftritt des Tabellenvierten beim Dritten als richtungweisend ein. Falls das wirklich zutreffen sollte, droht dem FC noch eine längere Verweildauer in der 2. Liga.

Denn im Stadion am Bruchweg blieben die Gäste bei der 0:1 (0:0)-Niederlage über weite Strecken den Nachweis ihrer Fähigkeiten schuldig. Dennoch befand Daum anschließend: „Das wirft uns nicht um.” Aber zumindest der Aufwärtstrend ist gestoppt.

Langsam in der Offensive, unpräzise im Passspiel und fehlerbehaftet im Zusammenspiel - alles das, was in den letzten Wochen bei den Kölnern stimmte, ließen sie am Freitagabend über weite Strecken vermissen. Eine Stunde lang boten sie Angsthasen-Fußball der üblen Sorte. Ohne jegliches Risiko und Esprit. „Mainz ist dafür belohnt worden, dass man mehr versucht hat”, räumte Daum ein. Der Erfolg der Gastgeber stellte sich in der 59. Minute ein, als Köln nach einem Freistoß von Daniel Gunkel - fast von der linken Eckfahne - die Situation nicht klären konnte und Tim Hoogland per Kopf das Tor des Abends erzielte.

Ihren Teil zur dürftigen Vorstellung seiner Mannschaft hatte sicherlich auch die taktische Einstellung Daums beigetragen. Nach drei Siegen im klassischen 4-4-2-System hatte der Trainer wieder 4-2-3-1 spielen lassen - und das hatte schon in den ersten zwölf Saisonpartien nicht einmal mittelprächtig funktioniert. Zudem verletzte sich Nemanja Vucicevic kurz vor der Halbzeit, als er umknickte und mit Verdacht auf eine Bänderzerrung ausgewechselt werden musste.

Allein der Einsatz in der Defensive stimmte. Und auch den Mainzern fiel nicht viel ein, auch sie gingen nicht volles Risiko. Mit zunehmender Spielzeit schien alles auf einen torlosen Abend am Rhein hinauszulaufen, als Hoogland seinen großen Auftritt hatte. „Da haben wir in der Zuordnung geschlafen”, sagte Daum - und meinte Fabrice Ehret, der meilenweit von seinem Gegenspieler entfernt war in dieser Szene.

Danach machte der FC auf, setzte alles auf eine Karte, beorderte Innenverteidiger Kevin McKenna als zusätzlichen Stürmer nach vorne und hatte genau das, was er sich eine Stunde lang verdient hatte: Pech. Torjäger Novakovic traf in 71. Minute mit einer Direktabnahme nur den Pfosten. Von dort sprang der Ball zurück in die Arme von Torhüter Daniel Ischdonat. „In dieser Szene fehlten uns die berühmten zehn Zentimeter zur Glückseligkeit”, sagte Daum.

Bis auf die letzte halbe Stunde hatte die Partie kein Spitzenniveau. Auch wenn der Mainzer Trainer das anders sah. Jürgen Klopp: „Meine Mannschaft hat ein richtig geiles Spiel gemacht. Und wenn man eine richtig gute Mannschaft wie Köln schlägt, hat man schon eine richtig starke Leistung gebracht.” Diese Ansicht hatte der Mann, der auch die Auftritte der Nationalmannschaft telegen begleitet, ziemlich exklusiv.

Die Spieler schlichen mit hängenden Köpfen zum Bus, der Trainer leistete mentale Soforthilfe. „Uns fehlt es noch an Souveränität”, sagte Daum. „Die müssen wir uns noch ein Stück weit erarbeiten. Das schaffen wir schon.”