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Mönchengladbach: Lucien Favre sieht immerhin positive Dinge, aber keine Tore

Mönchengladbach : Lucien Favre sieht immerhin positive Dinge, aber keine Tore

Eine euphorische Aussage wird man von Lucien Favre nur schwer erhalten. Am ehesten, wenn man ihn nach dem FC Barcelona fragt. Dessen Flachpass-Spiel mit nur einem Ballkontakt versucht Borussia Mönchengladbachs Trainer auch seinen Jungs beizubringen.

Das funktionierte über weite Strecken in der ersten Halbzeit gegen den FC Sunderland leidlich, nicht aber die Ummünzung in Tore. 0:0 trennte sich der Beinah-Abstieger der letzten Saison im letzten Testspiel vom englischen Premier-League-Klub. „Es kommt langsam”, versicherte der Schweizer tapfer den Journalisten. Der Trainer hat hohe Ansprüche, und seine Urteile werden deshalb zu gerne und zu leicht(fertig) als generelle Unzufriedenheit und Besorgnis interpretiert, personell nicht gut gerüstet in die Saison starten zu können.

Das weiß inzwischen auch Favre, weniger durch eigene Erkenntniss als mehr durch die Rückmeldung der klubeigenen Presseabteilung. Und so setzt er einen etwas feineren Filter vor seine ehrlichen Aussagen: „Ich habe viele positive Dinge gesehen. Torchancen waren da, das ist nicht so schlecht.”

In der ersten Hälfte zeigte sich speziell Marco Reus verschwenderisch. „Wir müssen vor dem Tor noch bissiger und griffiger werden”, mahnte Martin Stranzl, Borussias heimlicher Kapitän. Der Innenverteidiger meinte die Offensive. Doch auch in seiner Abteilung gibt es Verbesserungsbedarf. „Wir haben drei Chancen zugelassen, das waren zwei zuviel”, monierte Lucien Favre.

Nach der Pause zerbröselte das Spiel, durch eine erneute Gelb-Rote Karte für den Gegner, wie bereits gegen den FC Porto, aber auch durch zahlreiche Einwechslungen. Die Startelf war identisch mit der Relegationsmannschaft, lediglich der KSC-Neuzugang Lukas Rupp ersetzte auf der linken Seite Juan Arango, der auch am Freitag im Pokal in Regensburg nach den Strapazen bei der Copa América nicht zum Einsatz kommen wird. Noch vier Tage für Lucien Favre, an den Stellschrauben zu drehen.

Um gut gerüstet ins erste Pflichtspiel zu gehen? „Wer ist bereit?”, fragt Favre zurück. „Niemand weiß das.” Aber weil er ja nicht zuviel Skepsis verbreiten soll, gibts noch einen kleinen Nachtisch: „Ich bin zufrieden, es geht, es geht.”

Mönchengladbach: Ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante (77. Brouwers), Daems (67. Wendt) - Nordtveit, Neustädter (77. Marx) - Reus, Rupp (67. Herrmann) - Hanke (77. Bobadilla), de Camargo (67. Leckie)