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Köln: Lottner-Gala beim Kölner 1:0 über Dortmund

Köln : Lottner-Gala beim Kölner 1:0 über Dortmund

In Köln wird wieder gejubelt. Das 1:0 (0:0) gegen Borussia Dortmund beendete eine FC-Serie von Pleiten, Pech und Pannen - begleitet vom kollektiven Aufatmen bei Mannschaft, Verantwortlichen und Fans.

„Die Stimmung ist sensationell”, zeigte sich Trainer Friedhelm Funkel nach dem Abpfiff tief beeindruckt. „Da kriegst du ja ne Gänsehaut. Das tut richtig gut.”

So leidenschaftlich, wie sie zuvor die Dortmunder sportlich bekämpft hatten, wurden die „Geißböcke” anschließend vom eigenen Anhang gefeiert - der FC ist in der Bundesliga angekommen.

Es war ein Sieg der Leidenschaft, ein Auftritt mit großem Aufwand. Die überwiegende Mehrzahl der Zweikämpfe entschied der FC für sich. „Wir waren sehr, sehr aggressiv”, betonte Funkel. „Wir hatten aber keine andere Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen.”

Und es war vor der Gala „40 Jahre Bundesliga” am Abend im Colonium die Show des Dirk Lottner. Der 31-Jährige als Antreiber, Spielgestalter und Torschütze. „Ein Kapitän, wie man ihn sich wünscht”, urteilte Kölns Manager Andreas Rettig.

„Ich bin froh, dass ich es den Kritikern gezeigt habe” Vier Versuche, ein Treffer - Lottners Schussbilanz vom Samstag. Zunächst scheiterte er zweimal an BVB-Keeper Romas Weidenfeller (24. und 26.), danach nagelte er einen Freistoß aus 30 Metern an die Latte (40.), aber dann (56.) es soweit.

Mit einem Schritt Anlauf schlenzte Lottner den Ball aus 20 Metern ins linke Dreieck. „Ich bin froh, dass ich es meinen Kritikern gezeigt habe”, schaffte er es nur mit Mühe, sachlich zu bleiben. „Man hat mich ja schon wieder als Zweitliga-tauglich eingestuft. Hier habe ich die passende Antwort gegeben.”

Dabei hatte es zunächst gar nicht ausgesehen, als würde sich dieser Nachmittag so erfreulich für die Gastgeber entwickeln. Denn 20 Minuten lang zauberten die Dortmunder. Doch heraus sprangen nur eine Chance.

Doch nach einem Freistoß von Tomas Rosicky beförderte Christian Wörns die Kugel mit dem Knie ins Toraus. Der Rest war Schönspielerei. Nett fürs Auge, angenehm für die FC-Defensive.

Auch später gab es nur eine wirklich gute Dortmunder Möglichkeit. Doch als Amoroso Klos und Kringe im Strafraum ausgetanzt hatte, bestand Stefan Wessels seine einzige echte Prüfung mit Auszeichnung (36.).

„Wenn man ein Spiel so dominant angeht und dabei kein Tor erzielt, dann müssen doch alle Alarmglocken angehen”, warf BVB-Trainer Matthias Sammer seiner Mannschaft vor. „Die sind aber nicht angegangen. Meine Mannschaft hat sich einlullen lassen. Der Kölner Sieg ist verdient.”

Und hätte noch höher ausfallen müssen. Ein von Juan Ramon Fernandez abgefälschter Springer-Schuss tropfte auf die Latte, und Ewerthon - Sekunden zuvor eingewechselt -Êholte einen Cullmann-Kopfball von der Linie. Die Westfalen durften mit dem Ergebnis am Ende sogar noch zufrieden sein.

Dortmunds Manager Michael Meier kündigte Konsequenzen für die Mannschaft ab. „Da ist eine Menge Arroganz dabei, die wir den Spielern austreiben werden”, war Meier restlos bedient.

„Wenn man schon zufrieden ist, wenn man 20 Minuten gut aussieht und gegen eine Mannschaft wie Köln das Spiel aus der Hand gibt, dann kann ich das nicht verstehen.” Über die Art der Konsequenzen schwieg er sich aus.

Erster Sieg, erstmals ohne Gegentor, erstmals ohne Platzverweis über die Distanz gekommen: der 1. FC Köln hat sich offenbar aus der Sackgasse herausgekämpft.

War es aber tatsächlich der so sehnlich herbei gewünschte Befreiungsschlag oder nur Aufbauhilfe West? Im nächsten Bundesligaspiel bei 60 München stehen dem FC mit den am Samstag noch gesperrten Sichone und Ebbers jedenfalls weitere zwei Spieler zur Verfügung.