1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Mönchengladbach: Lienen wählt als System die verbale Offensive

Mönchengladbach : Lienen wählt als System die verbale Offensive

Ewald Lienen wählt diesmal das System der verbalen Offensive.

Der am Sonntag von Fußball-Bundesligist Mönchengladbach „freigestellte” Coach kämpft um seinen Ruf und greift dazu Borussias Sport-Direktor Christian Hochstätter massiv an.

Lesen Sie selbst, was Lienen im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) verkündet hat: „Ich bin ein Teamspieler, mein Vertrauen ist von Christian Hochstätter seit Wochen systematisch unterlaufen worden.

Ich bin noch nie unter solchen Umständen entlassen worden. Ich werde nicht zulassen, dass mein Ansehen und meine Reputation als Trainer beschädigt werden, nur um die wahren Hintergründe dieser Aktion zu verschleiern.”

Lienen klärt zwar nicht auf, was die wahren Hintergründe sind, dafür klagt er weiter an: „Hochstätter hat mein Vertrauen, meine Offenheit und meine Bereitschaft zur Teamarbeit missbraucht.

Ich muss als Trainer akzeptieren, wenn sich ein Verein von mir trennen will, aber ich lasse nicht zu, dass ein Sportdirektor mit fadenscheinigen Begründungen argumentiert, um die wahren Hintergründe der Entlassung verschleiern zu können.”

Hochstätter reagiert äußerlich gelassen auf die Vorwürfe: „Ich kann den Frust und Ärger verstehen, weil es für ihn nicht weitergeht und ich dafür gesorgt habe, dass es nicht weitergeht. Aber es ist dasselbe wie vor zwei Jahren in Köln: Alle haben Unrecht, nur Ewald hat Recht.”

Lienen klagt weiter an: „Das Vertrauen von Hochstätter war nie vorhanden. Er hat mir jede Hilfe und Unterstützung entzogen, intern wie extern. Nur um einen Mann zu installieren, der seit langem sein Wunschkandidat war. Schon zum Zeitpunkt meiner Verpflichtung.”

Lienen gibt sich kämpferisch. Dafür besuchte er am Dienstag auch freiwillig den Spartensender DSF. Jahrelang hatte er sich einem Besuch des „Doppelpass-Stammtischs” erfolgreich verweigert, erst vor einigen Wochen widerwillig erstmals den Weg ins Münchner Studio gefunden - und sich später kopfschüttelnd und missbilligend über diese Veranstaltung geäußert.

Lienen sagt, er habe den Job in Mönchengladbach mit Engagement und Leidenschaft gemacht. „Ich habe den Verantwortlichen zu danken, dass ich zu meinem alten Klub zurückkehren konnte. Und ich bin stolz darauf, dass wir mit vereinten Kräften souverän den Klassenerhalt geschafft haben” (Anmerkung: am letzten Spieltag).

Er habe Spieler gefordert, die er aber nicht bekommen habe, auf keine seiner Forderungen sei Hochstätter eingegangen (klammern wir Lienens Wunschspieler, Ketelaer, Ojigwe und Obradovic einmal aus...).

„Wir brauchten einen offensiven Mittelfeldspieler, wir haben sogar über Mehmet Scholl und Andreas Möller gesprochen.” Aber Hochstätter habe ihn stets vertröstet „und zwischenzeitlich Urlaub gemacht”.

Dessen Konter: „Nicht ich war in der wichtigsten Wechselzeit drei Wochen in Urlaub.” Der Sport-Direktor ist sich jedenfalls sicher: „Jeder, der sich im Fußball auskennt, muss erkennen, dass ich durchdacht und im Sinne des Klubs gehandelt habe.”