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Leverkusen: Leverkusener Stürmer-Suche für eine Nacht

Leverkusen : Leverkusener Stürmer-Suche für eine Nacht

Trainer haben schon besser ausgesehen nach einer Niederlage gegen den FC Barcelona.

Schließlich ist es ja fast schon ehrenhaft, aus dem fußballerischen Wettstreit mit dem Star-Ensemble als zweiter Sieger herauszugehen. Das ist Klaus Toppmöllers Trainer-Kollegen von Lokomotive Moskau, FC Brügge und Galatasaray Istanbul in der Vorrunde so ergangen, als der Siegeszug der Katalanen begonnen hatte.

Doch der siebte Dreier in Folge in der Königsklasse ließ Leverkusens Coach buchstäblich alt aussehen. Aschfahl das Gesicht, als hätte der Pfälzer eine Woche lang mit seinen Dorf-Freunden aus Rivenich durchgefeiert.

Tief haben sich nach dem 1:2 die Sorgenfalten bei Toppmöller eingegraben, allein die grauen Haare „können nicht mehr grauer werden” (Selbstauskunft).

Der missratene Auftakt in die Zwischenrunde ist mehr als ein Fehlstart. Da mögen der Fußball-Lehrer und sein kreativster Spieler Bernd Schneider noch so sehr eine Parallele aus der letzten Saison heranbeten.

„Da sind wir auch mit einem 0:4 bei Juve gestartet, um schließlich doch noch Platz eins zu schaffen.” Doch von dieser Leistungsstärke sind die Leverkusener derzeit Lichtjahre entfernt.

Das kann man personalisieren wie Toppmöller - „So etwas passiert einem Placente ein Mal in zehn Jahren. Doch die individuellen Fehler ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison” - oder kollektivieren, wie Carsten Ramelow: „Wir haben uns absolut dumm angestellt. So können wir gegen keine Mannschaft gewinnen.”

Die gebetsmühlenartig vorgetragene Trainer-Analyse, Bayer habe eben nicht mehr eine Mannschaft von der Klasse wie in der letzten Saison, ist inzwischen so bekannt wie der permanente Verweis auf WM-Müdigkeit, Verletzungspech („Heilsbringer” Kirsten erkrankte in der Nacht vor dem Spiel) oder den bösen Schiedsrichter (Toppmöller: „Er war nicht unser Freund”).

Fakt bleibt: Das nicht gerade mit No-Name-Fußballern gespickte Bayer-Ensemble tritt auf der Stelle, eine Entwicklung ist nicht erkennbar.

Da passt es, dass der ehrgeizige Fußball-Lehrer zumindest den Mannschaftsteil erkannt haben will, wo es besonders zwackt. „Wir haben keinen Stürmer, der aggressiv in die Spitze geht und den Ball halten kann”, fordert er Nachbesserung.

Diese Stellen-Ausschreibung wurde tags drauf schnell zurückgezogen. „Wir haben kein Stürmer-Problem, die Stürmer haben ein Problem”, wehrte Manager Reiner Calmund die Begehrlichkeiten seines Trainers ab.

Nicht verwunderlich: Das Eingeständnis, mit der Verpflichtung von Franca (8,5 Mio. Euro) und Jan Simak (6 Mio. Euro) statt in den Gold-Topf in den Pech-Eimer gegriffen zu haben, fällt schon aus Eigenschutz schwer.