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Kommentiert: Gladbachs schnelle Analyse

Kommentiert: Gladbachs schnelle Analyse

Vielleicht verbrüdern sich die Fangruppen und stimmen einen Klassiker an: „Und wir steigen wieder auf.” Manchmal kann ein Leid so groß sein, dass Unvorstellbares geschieht. Der FC steht auf dem letzten Platz, die Borussia als 16. nur unwesentlich besser.

Tatsachen - auch wenn gerade erst einmal sechs Spieltage absolviert sind. Beliebtes Motto, weil ja erst sechs Spieltage absolviert sind: „Ruhe bewahren, analysieren, nächste Woche gewinnen.”

In Mönchengladbach haben sie schnell analysiert, schnell gehandelt. Zu Recht. Am Bökelberg war viel zu erkennen, aber kein Konzept der sportlichen Leitung; außer in Bremen waren die Leistungen fünfmal schwach, zudem schien Lienens Personalpuzzle nie komplett zu werden.

Als der Trainer Anfang März das Amt von Hans Meyer übernommen hat, konnte er mit einem intakten Team arbeiten, mit Spielern, die eine Einheit bildeten. Davon war zuletzt nicht mehr viel zu spüren.

In Mönchengladbach entsteht ein neues Stadion, das der Borussia prima Perspektiven bietet. Die Zukunft durfte nicht aufs Spiel gesetzt werden, ein Aussitzen des „Problems Lienen” hätte fatale Folgen haben können.

Und es ist klar, dass nicht allein vier Niederlagen in Folge dazu führten, den Trainer „freizustellen”. Nicht gerade kleine innerbetriebliche Störungen dürften auch ihren Teil zum Rausschmiss beigetragen haben.

Beim FC sollte der beliebte Phrasen-Klassiker („Ruhe bewahren”) dagegen in der Tat angewendet werden.

Funkels Team hat mit Ausnahme der Partie bei 60 München angedeutet, dass es mithalten kann. Auch wenn die Lage aktuell misslich ist: In Köln ist ein Konzept zu erkennen.

Mitentscheidend für eine bessere Zukunft wird sein, wie die sich anbahnende Unruhe nun an den Machern abprallt. Die ersten „Funkel-Raus-Rufe” hat der Boulevard sicher gerne vernommen.