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Köln: Köln zu unpräzise gegen Fürths starke Defensive

Köln : Köln zu unpräzise gegen Fürths starke Defensive

Welch ein Unterschied: Über die Schlüsselszene der 0:0-Partie zwischen dem 1. FC Köln und Greuther Fürth verlor Gästecoach Bruno Labbadia nur wenige, nüchterne Worte.

„Ich hatte das Gefühl, dass es ein Elfmeter ist. Stefan Reisinger ist keiner, der sich einfach so fallen lässt. Aber Herr Gagelmann hat so entschieden, und ich kann es ja nicht ändern.”

Kölns Coach Christoph Daum saß an diesem Nachmittag hoch oben in einer der Logen des RheinEnergieStadions. Bekanntlich weil er jüngst in vielen, vielen Worten der Zunft der Schiedsrichter absichtliche Benachteiligung des 1. FC Köln vorgeworfen hatte.

Hätte der Unparteiische oder einer seiner Assistenten die Szene richtig gesehen, in der Mohamad den Fürther Angreifer Reisinger von den Beinen holte, wären die Gäste wohl als Sieger vom Platz gegangen. Aber weil der Konjunktiv eben nicht das reale Leben widerspiegelt, ging Labaddia höchst nüchtern mit der Situation um.

Mit erstaunlicher Sicherheit hatte seine Elf agiert. Über die gesamte Spielzeit hielt vor allem der Defensivverbund mit Felgenhauer, Biliskov, Karaslawow (ab 17. Minute Mauersberger) und Achenbach dicht. Die beste Abwehr der 2. Liga (erst zwei Gegentore) ließ nicht viel bis nichts zu. Dies, obwohl Labaddia seit Saisonbeginn mit einer völlig neuen Hintermannschaft arbeitet.

Der FC fand keine Mittel, diese Abwehr zu knacken, sieht man von wenigen, eher zufälligen Chancen durch Novakovic oder Helmes ab, die aber ein bärenstarker Kirschstein (ebenfalls ein Neuzugang) zwischen den Fürther Pfosten zunichte machte. „Da war viel mehr drin für uns”, sagte Bruno Labbadia zu Recht und lobte seine Elf für eine sehr ordentliche Leistung: „Es ist klasse, wie die Jungs als kompakte Mannschaft auftreten.”

Dabei hatte Köln genügend Raum, aber keine wirklichen Ideen, ihn zu nutzen in einer im Vergleich zu den Spielen gegen Aachen und Jena durchaus ansehnlichen Partie. Allerdings: Zu unpräzise im Spielaufbau und zu zögerlich agierte der Gastgeber, bei dem bereits nach 30 Minuten Nickenig den Abwehrpart von McKenna (Adduktorenzerrung) übernehmen musste, während FC-Keeper Mondragon nach einer Rettungsaktion gegen den Pfosten knallte und trotz Schulterschmerzen zu Ende spielte.

Der letzte Pass kam beim FC kaum an, Suazo, Broich, Gambino oder auch Chihi bauten zu wenig Druck nach vorne auf. Und wenn, war im finalen Zweikampf fast immer ein Fürther den berühmten Tick schneller. Schnell durchschaut hatte die Labbadia-Elf auch etliche Versuche der Kölner, mit langen Bällen zum Erfolg zu kommen.

„In der ersten Halbzeit haben wir ordentlich gespielt, danach schlechter gestanden und die Angriffe nicht zu Ende gespielt”, sagte FC-Kapitän Patrick Helmes, der neben Novakovic stürmen durfte. Daum-Vertreter Roland Koch hielt das Positive fest: „Wir haben in einer erwartet schweren Partie zu Null gespielt.” Eigentlich aber ist das bei Kölns Selbstanspruch zu wenig.