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Dortmund: Köln verliert den Kampf mit dem „Roten Faden”

Dortmund : Köln verliert den Kampf mit dem „Roten Faden”

Karneval am Nullpunkt. Die Hoffnungen des 1. FC Köln auf den Klassenerhalt in der Bundesliga schrumpfen weiter.

Trotz der bisher besten Leistung des Tabellenletzten unterlagen die Geißböcke bei Borussia Dortmund äußerst unglücklich mit 0:1 (0:1). Deprimiert und völlig ohne jecke Gefühle schlichen die Kölner aus dem Westfalenstadion.

„Wir müssen den Kopf hoch nehmen und weitermachen”, kommentierte FC-Trainer Marcel Koller die Situation. „Wir haben keine andere Möglichkeit. Meine Mannschaft hat jedenfalls erstmals in der Rückrunde über 90 Minuten eine engagierte Leistung gezeigt.” Das klang schon fast nach Durchhalteparole.

Für die Dortmunder war es der erste Heimsieg nach 111 Tagen. Was BVB-Coach Matthias Sammer schon zufrieden stellte. „Man muss das auch einfach mal so hinnehmen”, befand er. Allerdings hatte auch Sammer eine starke Kölner Mannschaft gesehen: „Die haben von der ersten Minute an sehr engagiert gespielt. Wir hatten heute auch sicherlich das nötige Quäntchen Glück.”

Die Gäste vom Rhein waren vor 80.500 Zuschauern in der Fußball-Oper an der B 1 das bessere Team, die Dortmunder Vorstellung war ideenlos und nur in der entscheidenden Szene konsequent. Vladan Grujic leistete sich an der Eckfahne ein unnötiges Foul, den Freistoß schlug Torsten Frings in den Strafraum, der ansonsten starke Moses Sichone trat über die Kugel, und Enrique Ewerthon bedankte sich nach 26 Minuten mit dem Tor des Tages. Wieder einmal war es also eine Standardsituation, die den FC schachmatt setzte.

Podolski verletzt

Es war die einzige Strafraumszene, die die Borussia im ersten Abschnitt hatte. Da war allerdings Kölns Hoffnungsträger Lukas Podolski schon nicht mehr mit von der Partie. Der 18-Jährige musste in der 23. Minute mit einer Wadenzerrung ausgewechselt worden. Für ihn kam Markus Feulner auf den Platz. Und der Mittelfeldspieler, der in der Winterpause vom FC Bayern gekommen war, zeigte bei seinem ersten längeren Einsatz im FC-Trikot, dass er durchaus eine Verstärkung ist.

Bis zu Podolskis Ausscheiden hätten die Gäste ihren Anhang allerdings schon in Schunkelstimmung versetzen können. Doch Florian Kringe (12.) und Andrej Voronin (16.) verpassten den Führungstreffer. Die Dortmunder hatten eine hohe Fehlpassquote, aber der FC nutzte seine Möglichkeiten nicht. Köln spielte, Borussia zitterte um ihre Führung. Und das änderte sich auch bis zum Abpfiff nicht.

Kurz vor Schluss hatte ausgerechnet die Dortmunder Leihgabe Kringe noch den Ausgleich auf dem Kopf, doch er fand aus fünf Metern seinen Meister in BVB-Keeper Guillaume Warmuz. „Das ist bitter”, befand Kringe selbstkritisch. „Den musste ich einfach machen.” Machte er aber nicht, und der FC hat schon fünf Punkte Rückstand auf den rettenden 15. Rang.

Auch wenn die Situation der Kölner immer aussichtsloser wird, bleibt Marcel Koller seinem Stil treu. „Wir haben heute Fußball gespielt”, kehrte der Trainer den wohl einzigen positiven Aspekt heraus. „Unser Manko war es mal wieder, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben.” Was sich wie ein Roter Faden durch die bisherige Saison zieht. Aber auch am Rhein stirbt die Hoffnung zuletzt. Koller: „Wir müssen am Samstag gegen 60 München diese Leistung wiederholen und gewinnen. Dann bleiben wir im Geschäft.”