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Köln: Köln verliert 2:3 gegen Wolfsburg, hofft auf Dogan und die Trendwende

Köln : Köln verliert 2:3 gegen Wolfsburg, hofft auf Dogan und die Trendwende

Der Trainer ratlos, der Kapitän beleidigt und die Mannschaft am Boden: Nach der fünften Niederlage am sechsten Bundesligaspieltag setzt der 1. FC auf das Prinzip Hoffnung und auf Mustafa Dogan.

„Es ging diesmal wirklich noch nicht”, sagte Friedhelm Funkel. „Am nächsten Samstag gegen Werder Bremen ist Mustafa aber ganz sicher soweit.”

Mit dem 2:3 gegen den VfL Wolfsburg hat der Kampf gegen den Abstieg endgültig begonnen. Der Kredit bei den Fans ist langsam erschöpft. Die ruhigen Tage sind in Köln vorbei.

„Die sind ja wirklich bemüht”, stellte FC-Ikone Wolfgang Overath fest. „Aber ein solcher Fehler darf einfach nicht passieren.”

Da hatte Innenverteidiger Tomasz Klos gerade die Kugel lang hinten raus gedroschen - zum Wolfsburger Karhan, der Diego Klimowicz bediente. Der Argentinier sagte Danke, 3:2 - und der FC war geschlagen.

„Ich hatte noch kurz zuvor vor einer solchen Kontersituation gewarnt”, betonte Funkel. „Das ist alles sehr bitter.” Bitter war aber nicht nur das Resultat, sondern phasenweise auch die Leistung der Kölner in Abwehr und Spielaufbau.

Die Innenverteidigung mit Oliver Schöder und Tomasz Klos wackelte, im Mittelfeld klafften häufig große Löcher. Da war stellenweise nicht an ein konstruktives Spiel nach vorne zu denken.

Die Achse innerhalb des Teams stimmt nicht. Und da soll Mustafa Dogan eben schnellstens wieder als stabilisierender Faktor wirken.

Dogan in der Führungsrolle hätte Köln dringend benötigt. Denn beim 0:1 durch Biliskovs Kopfball (3.) war Jörg Heinrich zu spät dran, bei Martin Petrovs 0:2 (26.) war die komplette rechte Seite verwaist.

Doch der FC zeigte auch diesmal wieder eine große Moral. Matthias Scherz schaffte den Anschluss (35.), und als Andrej Voronin nach einer Stunde sein erstes Bundesliga-Tor erzielt hatte, standen die Zeichen auf Sieg. Bis zur 73. Minute (siehe oben).

Als Dirk Lottner auf die zeitweise fehlende Zuordnung im Mittelfeld angesprochen wurde, gingen dem Kapitän die Nerven durch. Er nahm seine Tasche und stürmte stocksauer in den Mannschaftsbus.

Mit der Erkenntnis, dass der FC in dieser Verfassung zwar in der Offensive bundesligatauglich ist, aber nicht in der Abwehr. „Da fehlt uns noch die Erfahrung”, sagte Funkel. „Da holt die Mannschaft ein 0:2 auf, rennt aber weiter nach vorne, ohne nach hinten zu schauen.”

Ist Naivität oder Unkenntnis des taktischen Einmaleins für Fußball-Profis der Grund dafür? Friedhelm Funkel hat einen anderen Grund ausgemacht: „Das Team ist einfach nicht geduldig genug.”

Und wenn sich das in dieser Form fortsetzt, dann könnte der 1. FC Köln im Mai 2004 der Absteiger sein, der zwar die gegnerischen Trainer und Fans durch seine bedingungslos offensive Spielweise begeistert. Nur allzu viele Punkte werden die „Geißböcke” dann kaum noch einfahren.

Oder wie es Andrej Voronin völlig frustriert formulierte: „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen. Es war die fünfte Niederlage im sechsten Spiel. Wir müssen etwas ändern. So kann es jedenfalls nicht weitergehen. Gegen Bremen müssen wir gewinnen, sonst sind wir eben nicht gut genug für Bundesliga.”