1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Trier: Köln löst die Aufgabe professionell

Trier : Köln löst die Aufgabe professionell

Den letzten Gruß schickte Eintracht Triers Trainer Mario Basler im Stadionheft an die Kölner Adresse. „Mein Kollege Zvonimir ist ein feiner Kerl, und er wird sicher seinen Weg beim 1. FC Köln machen”, schrieb er in seiner Kolumne vor dem Treffen seines Viertliga-Teams gegen den Bundesligisten.

„Aber dass er über das Achtelfinale hinaus kommt, glaube ich allerdings nicht.” Der Mann irrte sich. Der FC nahm die Hürde Moselstadion konzentriert und locker mit 3:0 (2:0).

Vor 10.800 Zuschauern in der ausverkauften, alt-ehrwürdigen Arena hatten die Gladiatoren der Gastgeber nur vor dem Anpfiff ihren großen Auftritt.

Martialisch zog eine Abordnung der „Vigilia Romana” in historischen Kostümen ein und verbreitete ein kämpferisches Ambiente. Doch die Trierer Spieler erreichte diese Botschaft nicht. Brav und fast in Ehrfurcht vor dem Erstligisten erstarrt, fügte sich die Eintracht in ihr Schicksal.

Gut organisiert und diszipliniert

Dabei gab der FC gar nicht mal so richtig Gas. Was aber an diesem kühlen Abend an der Mosel auch gar nicht nötig war. Gut organisiert, taktisch diszipliniert und zweikampfstark traten die Kölner auf. Die Kicker von Zvonimir Soldo hatten diese Aufgabe offensichtlich ernst genommen und sich die Trierer entschlossen vom Leibe gehalten. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen”, lobte der FC-Trainer. „Wir haben das heute von der ersten bis zur letzten Minute professionell gelöst.”

Der Kölner Coach hatte seine derzeit erste Elf aufgeboten. Mit Maniche als Kreativ-Kraft im Mittelfeld, Sebastian Freis im rechten Mittelfeld, Lukas Podolski vor Fabrice Ehret auf der anderen Außenbahn und Milivoje Novakovic und Manasseh Ishiaku als Sturmspitzen.

So kam erst gar keine Pokal-Atmosphäre auf, zu klar waren die Verhältnisse von Beginn an. Und auch zahlenmäßig setzte der FC innerhalb von vier Minuten den Deckel auf den Hexenkessel Moselstadion. Zunächst drückte Kapitän Novakovic eine Freis-Flanke zum 1:0 mit dem Kopf ein (25.), dann drosch Youssef Mohamad eine Ecke zum 2:0 ins Eintracht-Gehäuse (29.).

Damit war die Sache praktisch gelaufen. Nach zwei Aluminiumtreffern nach dem Wechsel durch Maniche (48.) und Podolski (51.) war die endgültige Entscheidung fällig. Josef Cinar fälschte einen Distanzschuss so unglücklich ab, dass er ins Netz ging (52.). Der Rest war Schaulaufen unter dem Dauerjubel der mitgereisten 3500 Kölner Fans.

„Wenn es so läuft, kannst du gegen einen Bundesligisten nicht mehr gewinnen”, urteilte Basler. „In einigen Szenen hat man dann gesehen, warum es eine erste und eine zweite Liga gibt.” Super-Mario gab sich als fairer Verlierer: „Der Kölner Sieg ist hochverdient. Vielleicht lädt uns der FC ja zum Finale ein.”

So weit ist es allerdings noch nicht. „Wir haben von der ersten Minute an gezeigt, was wir zeigen wollten und sind eine Runde weiter”, fasste Podolski seine Eindrücke der Veranstaltung zusammen. „Hoffentlich bekommen wir im Viertelfinale einen attraktiven Gegner.” Sicher ist, dass sich der FC über eine weitere Million Euro freuen darf. Soviel ist der Erfolg von der Mosel in barer Münze wert.

Der Kapitän hatte den Pokalsieg allerdings schnell abgehakt. Novakovic richtete den Blick umgehend aufs Wesentliche. „Wir müssen jetzt hart weiterarbeiten und auf Samstag blicken”, sagte der Slowene. Dann kommt Hannover 96 zu einem weiteren Schlüsselspiel nach Köln. Denn in der Bundesliga wartet noch viel Arbeit auf den FC. Doch nach vier Pflichtspielen ohne Niederlage wächst das Selbstvertrauen von Tag zu Tag. Dafür war der Auftritt in Trier ein weiteres Beispiel.