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Burghausen/Köln: Kleinlauter Overath attestiert Fehlstart

Burghausen/Köln : Kleinlauter Overath attestiert Fehlstart

Als Huub Stevens den Presseraum längst verlassen hatte, plauderte sein Kollege Markus Schupp vergnügt mit einem Bekannten und bemerkte: „Ich glaube, die sehen wir in der nächsten Saison wieder.”

Nun ist es nicht so, dass der Trainer des Zweitligisten Wacker Burghausen nach dem 4:2 gegen den 1. FC Köln im Überschwang der Gefühle die Besinnung verloren hätte. Der ehemalige Profi weiß ganz genau, dass der Klassenerhalt das Maß aller Dinge für die Oberbayern ist.

Eine solch realistische Betrachtungsweise würde man - zumindest manchmal - den Verantwortlichen des Kölner Kickerclubs wünschen.

Hatte Präsident Wolfgang Overath, der Kaiser vom Geißbockheim, nicht verkündet, für den FC gehe es nicht nur um die Rückkehr in Deutschlands Eliteliga.

Nein, der rot-weiße Traditonsclub ist geradezu verpflichtet, zudem guten Fußball zu bieten und das Ticket für Liga Eins gefälligst als Zweitligameister zu lösen.

Jener Wolfgang Overath, der in den berühmtesten Stadion dieser Welt das Publikum als Spieler verzückt hat, gab sich im Provinzstädtchen Burghausen kleinlaut. „Das war äußerst enttäuschend. Man kann vom einem Fehlstart sprechen”, stellte er mit grimmiger Miene fest.

Gut, es sind zwar gerade erst sechs von maximal 102 Punkten vergeben worden. Doch die Momentaufnahme verheißt nicht viel Gutes. Denn die ersten beide Auftritte waren Besorgnis erregend.

Dass fast alle Spieler unter ihrem Leistungsniveau blieben, im Zusammenspiel fast nichts klappt, gegen Cottbus die Offensivabteilung schwächelte, in Burghausen das Defensivverhalten einem aufgeschreckten Hühnerhaufen glich, Laufwege dem Zufallsprinzip folgten und der 100-prozentige Einsatz fehlte, führt zwangsläufig zu düsteren Aussichten.

„So schaffen wir den Aufstieg nicht”, bemerkte Stevens schon ein wenig desillusioniert und bestrafte seine Profis nach dem Motto: Wer nicht hören will, muss fühlen: Sondertraining am Samstag um 9 Uhr mit knüppelharten Kraft-und Konditionseinheiten, Straftraining am Sonntag. In Köln hat der Niederländer jetzt schon nach zwei Spieltagen die Peitsche ausgepackt.