Aachen: Keine Diskussion um Alemannia-Keeper David Hohs

Aachen: Keine Diskussion um Alemannia-Keeper David Hohs

Nach einem 0:5 - auch wenn es gegen den Klassenprimus war - stellen sich ein paar Fragen. Peter Hyballa, Chefcoach von Alemannia Aachen, hat die durch Hertha BSC verabreichte Packung erst mal geschluckt und sachlich analysiert.

„Der taktische Rahmen funktioniert eigentlich. Aber der Nahkampf hat Sorgen gemacht. Wir müssen das Giftige, Gallige zurückkriegen.” Natürlich kann es kein „Weiter so” geben vor der Reise zum frisch gestärkten Tabellenvorletzten FC Ingolstadt (4:1 in Karlsruhe), die Startelf wird am Sonntag (13.30 Uhr) anders aussehen.

Der genesene Thomas Stehle bietet sich an für die Innenverteidigung, „er ist in der Spieleröffnung besser als Casper und Olajengbesi”. Marco Höger, wegen einer schmerzhaften Knochenhautentzündung beim Freitags-Training nicht auf dem Platz, soll bis zum Anpfiff einsatzfähig behandelt werden. Und dann hofft Hyballa noch auf die richtige Eingebung, wer in der „Dauerbaustelle” rechter Verteidiger arbeiten darf.

David Hohs muss auch nach dem letzten Gegentor-Hagel nicht um seinen Platz fürchten. „Natürlich hadere ich mit jedem Tor. Ich habe mir die Dinger noch mal angeschaut. Aber dann ist das auch abgehakt.” Was am vergangenen Wochenende war, „berührt mich nicht weiter. Ich vergesse das letzte Spiel, auch wenn ich richtig gut war und keinen Treffer kassiert habe.” Obwohl der bald 23-Jährige erst drei Mal in dieser Saison mit „weißer Weste” vom Feld ging, obwohl ligaweit nur vier Mannschaften mehr Tore schlucken mussten als Alemannia: Eine Torwart-Diskussion gibt es nicht.

Im vierten Jahr spielt Hohs an der Krefelder Straße. Er kam als Deutscher A-Juniorenmeister von Bayer Leverkusen und wollte „immer kleine Schritte machen”. Schon nach einem halben Jahr war er dritter Torhüter bei den Profis, dann zweiter Keeper. „Dass ich es aber so wahnsinnig schnell zur Nummer 1 gebracht habe, daran hätte ich selber fast nicht geglaubt. Ich bin hochzufrieden.”

Hohs ist noch eine Entdeckung von Jörg Schmadtke und ein typischer Vertreter der Manuel-Neuer-Generation: ein mitspielender Torwart, technisch stark, mit einem Auge für die Spieleröffnung, immer präsent. „Es geht heute nicht mehr nur darum, Bälle zu halten. Auch wenn ich nicht so viel laufe: Ich fühle mich nach Spielen ähnlich belastet, weil es 90 Minuten lang keine innerliche Pause gibt. Ich stehe immer unter Strom.”

Thorsten Stuckmann, bis zur vergangenen Saison Stammtorhüter, hatte im Winter-Trainingslager angekündigt, er werde Hohs „Feuer machen”. Brandspuren sind bislang nicht entstanden, Hohs bescheinigt allen drei Rivalen (auch der Nummer 2, Tim Krumpen, und Thomas Unger), dass sie „richtig gut trainieren”. An ihm kommt jedoch keiner vorbei, die „22” ist die „1”. Die muss er auch zur neuen Saison nicht unbedingt auf dem Rücken tragen. „Obwohl es ja schon ein Statussymbol ist.”

Die letzte Aktualisierung der Homepage datierte am Freitag noch vom Sieg in Paderborn. „Da muss ich meinen Stiefbruder Robin anrufen, der die Seite normalerweise schnell und voller Spaß pflegt.” Die Schlappe gegen Hertha soll digital nicht verschwiegen werden, und am Sonntag steht David Hohs der Sinn nach schnell wiederkehrendem Erfolg. „Wenn wir an den fünf Spielen davor ansetzen, in denen wir Feuer hatten und unseren Stiefel durchgezogen haben, dann holen wir in Ingolstadt die drei Punkte. Das soll nicht überheblich klingen.”

Mehr von Aachener Nachrichten