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Aachen: Keine Auffrischung des Pleiten-Rekords geplant

Aachen : Keine Auffrischung des Pleiten-Rekords geplant

Die Schlussfolgerung ist naheliegend nach drei Niederlagen und nur einem geschossenen Tor: „Wir haben dauernd etwas mehr vom Spiel, doch mangelnde Durchschlagskraft, schlechtes Schussvermögen und ein ziemliches Minus im Körpergewicht lassen es nicht zu Erfolgen kommen.”

So frisch die Selbsterkenntnis klingt, sie ist nicht in Aachens aktuellem Trainer Peter Hyballa gereift, sondern findet sich in der Vereinschronik. Im Jahr 1922 hatte Alemannia auch bei Eintracht München-Gladbach (tatsächlich so!) in der Rheingauliga West verloren und mit vier Niederlagen in Folge den schlechtesten Start der Klubgeschichte hingelegt.

Große Lust, sich ebenfalls in dieser Art und Weise in der schwarz-gelben Historie zu verewigen, bringt Hyballa vor der Begegnung gegen Energie Cottbus allerdings nicht auf: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir das schaffen, gegen Cottbus drei Punkte einzufahren. Aber ich kann erzählen, was ich will, wir müssen das Ding in die Kiste schrauben.” Frei übersetzt: Nit mulle, Tore schießen.

Den mühsamen Weg dahin sieht Aachens Trainer allerdings eher als Folge kleiner Schritte denn als Weltreise. „Es sind die letzten Kleinigkeiten, die noch fehlen, um zum Erfolg zu kommen”, lautet die Einschätzung des 35-Jährigen, der die Chancenverwertung als Beispiel anführt: „Benny Auer war schon zwei, drei Mal mit den Stollen am Ball, konnte ihn aber nicht über die Linie drücken.”

Auch die Patzer in der Defensive geben für Peter Hyballa keinen Anlass, eine Zehnerkarte fürs Personalkarussell zu kaufen: „Mario Erb hat drei Lösungen im Kopf und wählt die schlechteste”, rekapituliert Hyballa den Rückstand gegen St. Pauli, „nach dem Patzer, der auch dem Torwart von Bayern München passiert, hat er normal weitergespielt. Aber wenn ich ihn jetzt rausnehme, dann mache ich ihn doch kaputt.”

Eine zwangsläufige Änderung wird sich neben dem Einsatz von Auer im Sturm dagegen auf der Zehner-Position ergeben, da Manuel Junglas nach seinem Platzverweis in Hamburg dem Team nur auf der Tribüne helfen kann. Hier fällt die Entscheidung zwischen Reinhold Yabo und Anouar Hadouir. „Hadouir hat noch nicht die Luft für 90 Minuten Vollgas in der Zweiten Liga”, meint Aachens Trainer.

„Entweder bringe ich zuerst den Malocher (Yabo) und später den Künstler (Hadouir) oder lasse erst den Künstler antreten und schaue, wie lange es reicht”, lässt Hyballa noch ein, zwei Nächte bis zur Entscheidung verstreichen.

Cottbus sei zwar ein technisch starkes und körperlich robustes Team, so Hyballa, „aber Trainer Pele Wollitz lässt auch einen offensiven Fußball spielen, was uns entgegenkommt”. Die Zuschauer - bislang sind knapp 12.000 Karten verkauft - werden am Samstag so oder so eine Premierenvorstellung erleben: Entweder bleiben die ersten Saisonpunkte am Tivoli, oder der Pleiten-Rekord der Uraufführung vor 89 Jahren wird eingestellt. Augenzeugen der Originalaufführung von annodunnemals werden jedenfalls nicht erwartet.