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Tröpolach: Kader 1. FC Köln: Daum machts wie damals Eduard Geyer

Tröpolach : Kader 1. FC Köln: Daum machts wie damals Eduard Geyer

21. April 2001: Am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga stellte Trainer Eduard Geyer in der Partie gegen die SpVgg Unterhaching elf ausländische Spieler in die Anfangsformation von Energie Cottbus. Damals war es ein Novum. In dieser Saison könnte es allerdings bei den Partien des 1. FC Köln häufiger dazu kommen.

Beim Testspiel im Trainingslager am vergangenen Freitag in Kötschach-Mauthen gegen Austria Kärnten (2:2) schickte auch Trainer Christoph Daum elf Profis ohne deutschen Pass zum Anpfiff auf den Rasen.

Faryd Mondragon (Kolumbien), Ümit Özat (Türkei), Kevin McKenna (Kanada), Youssef Mohamad, Roda Antar (beide Libanon), Pierre Womé (Kamerun), Pedro Geromel, André (beide Brasilien), Nemanja Vucicevic (Serbien), Fabrice Ehret (Frankreich) und Milivoje Novakovic (Slowenien) repräsentierten dabei neun von insgesamt 13 Nationalitäten der kölschen Multi-Kulti-Truppe.

Willi Sanou (Burkina Faso), Mannaseh Ishiaku (Nigeria) und Aleksandar Mitreski (Mazedonien) sowie Adil Chihi (Marokko) - hat auch die deutsche Staatsbürgerschaft - vervollständigen die bunte Palette der anderen Nationen im Team neben den Einheimischen, von denen nach jetzigem Leistungsstand nur Thomas Broich in die Startelf drängt.

Kaum Beschränkungen

Hinsichtlich der Aufstellung muss sich Daum - ein gebranntes Kind - bezogen auf die Nationalität mittlerweile jedoch keine Gedanken mehr machen. Am 30. September 1992 hatte der heute 54-jährige Fußballlehrer als Trainer des VfB Stuttgart im Europapokal der Landesmeister bei Leeds United - damals verbotenerweise - einen vierten Ausländer eingewechselt. Die Partie wurde nachträglich 0:3 gewertet, Stuttgart schied im Entscheidungsspiel aus.

Seitdem hat sich viel geändert. Zunächst fiel als Folge des Bosman-Urteils in der EU die Beschränkung für alle Profis aus dem Bereich der europäischen Fußball-Union. Und ab der Saison 2006/07 hob der Ligaverband auch jegliche Beschränkung für den Einsatz von Nicht-EU-Ausländern (zuletzt durften nur vier gleichzeitig auf dem Feld stehen) in den beiden deutschen Fußball-Profiligen auf.

Dafür gilt zur Sicherung des einheimischen Nachwuchses jetzt die „Local-Player-Regelung”, wonach jeder Klub mindestens zwölf deutsche Lizenzspieler unter Vertrag haben muss. Davon müssen - gültig ab der kommenden Saison - acht in einem deutschen Verein ausgebildet worden sein.

Die eine Hälfte davon muss im Alter zwischen 15 und 21 Jahren bereits für mindestens drei Spielzeiten für diesen Klub, die andere Hälfte im Bereich des Deutschen Fußball-Bundes spielberechtigt gewesen sein.

Deshalb wurden die Kölner U19-Talente Michael Gardawski, Taner Yalcin und Torhüter Daniel Schwabke, die im Trainingslager in Tröpolach munter mitmischen, bereits mit einem Profivertrag beim FC ausgestattet.

Damit die Kölner die nationale Quote erfüllen, stehen mit Carsten Cullmann, Michael Niedrig und Michael Parensen auch Spieler der U 23 im Kader der Geißböcke.

Mit Hilfe seines weltweiten Scouting-Systems hat Christoph Daum seit seinem Amtsantritt fast ausschließlich ausländische Spieler verpflichtet. Bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten fürs defensive Mittelfeld dürfte der Trainer mangels Angebot auf dem heimischen Markt erneut auf die Qualität aus dem Ausland setzen - und vielleicht für ein weiteren Farbtupfer in der kölschen Weltauswahl sorgen.