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Mönchengladbach: Jos Luhukay verordnet eine strenge Feier-Diät

Mönchengladbach : Jos Luhukay verordnet eine strenge Feier-Diät

Jos Luhukay unterhält sich gerne über Fußball. Doch das Thema spielt derzeit rund um den Borussia Park nur eine untergeordnete Rolle. „Ich werde nur noch gelöchert mit Fragen wie: Was macht ihr für eine Party? Und: Lasst ihr am Mittwoch die Sau raus?”

Mönchengladbachs Trainer ist genervt. Denn er denkt in erster Linie an die sportliche Aufgabe: Ein Sieg über Wehen Wiesbaden - und der erste Erstliga-Aufsteiger für die kommende Saison wäre geboren. Doch Luhukay warnt vor der Defensivstärke der Gäste, die befreit aufspielen können. Wehen Wiesbaden steht im gesicherten Niemandsland der Tabelle. „Ich hoffe, dass sie deshalb auch mitspielen.” Was ein gefundenes Fressen für seine Elf wäre.

Für den Nachtisch allerdings verordnete der Niederländer strenge Diät. „Auch wenn wir es schaffen sollten, haben die Spieler die Pflicht, auch in den nächsten Spielen alles aus sich rauszuholen. Dann müssen wir auf den Titel los. Wir können uns nicht gehen lasen”, ist Luhukay um ein professionelles Verhalten bemüht. „Wenn wir drei Tage unterwegs sind, können wir den Sonntag abhaken.” Dann ist Freiburg zu Gast. Und nach einem „nüchternen” Sieg gegen die Breisgauer wäre auch der Fußballlehrer in Feierlaune: „Dann können wir schön Richtung Innenstadt ziehen.”

Der Profi an sich ist gehorsam, betont Sascha Rösler. Doch der Ex-Alemanne hat seine Erfahrungen damit, wie alles ganz anders kommen kann. „Vor zwei Jahren galt die Devise unter Dieter Hecking”, erinnert er sich. „Aber wenn plötzlich das eintritt, wofür du die ganze Saison gearbeitet hast, wirst du schnell von der Realität überrollt. Du kannst die Freude schlecht vier Tage verschieben - das wäre auch nicht mehr authentisch.” Davon werde man auch den Trainer überzeugen.

Marko Marin konnte nicht voll trainieren, weil sein Fuß dick geschwollen war. Doch das geplante Jubel-Spiel bringt Lahme zum Gehen, wie Rösler glaubhaft versichert. „Das ist doch nur ein Kratzer, natürlich spielt Marko.” Und Alternativen zum stillen Jubeln kennt er auch: „Wir können rechnerisch auch gegen Wehen schon Erster werden, wenn Mainz nur Unentschieden spielt. Und es müssen ja nicht gleich fünf Tage Koma-Saufen folgen ...”