1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Mönchengladbach: Jörg Stiel: „Mir ist das alles zu hysterisch”

Mönchengladbach : Jörg Stiel: „Mir ist das alles zu hysterisch”

Vor dem 0:2 gegen Hertha BSC empfahl Rolf Königs: „Immer schön locker bleiben!” 24 Stunden später wollte der Vize-Präsident von Borussia Mönchengladbach auch nicht vom „Königs-Weg” abweichen. „Wir sind immer noch locker.”

Da muss man schon Krisen-resistent sein, angesichts vier Niederlagen in Folge, keinem erzielten Tor und Platz 17 in der Tabelle der Fußball-Bundesliga. „Wir haben uns auch ein anderes Ergebnis gewünscht, und auch ein besseres Spiel. Und natürlich sind wir auch mit der Platzierung nicht zufrieden. Das macht uns alles nicht glücklich. Aber wir haben keine Krisen-Situation”, erklärt der Borussen-Vize.

Folglich war das Präsidiums-Treffen am Montagnachmittag eher eine Routine- denn eine Krisensitzung. Zumal eine unvollständige, da Präsident Dr. Adalbert Jordan fehlte. Auf der Tagesordnung fehlten angeblich auch zwei Punkte. „Wir haben keinen Anlass, den Trainer in Frage zu stellen. Er besitzt unser vollstes Vertrauen”, reagierte Königs auf die Kampagne, die schon seit Jahren gegen Hans Meyer läuft, angesichts der prekären Situation derzeit aber vor allem medial auf fruchtbaren Boden fällt.

„Unser Vertrag bis 2004 mit Hans Meyer ist freizügig und auf freundschaftlicher Basis gestaltet. Beide Seiten haben sich als sehr Kontrakt-treu erwiesen und werden dies auch bleiben.”

Und auch der „Komplex” Jeff Strasser, der in einem verbalen Amok-Lauf sich extrem abfällig über den Trainer geäußert hatte, gehörte offiziell nicht zur Abhak-Liste.

Für Königs, Chef eine Unternehmens mit mehr als 8000 Mitarbeitern, sind in diesem sportlichen Fall Abmahnung oder Rauswurf Fremdwörter: „Wenn das ein echtes Problem wäre, würde es unsere sportliche Leitung lösen. Dafür ist ein Eingreifen des Präsidiums nicht nötig.”

Weniger locker bewegt sich Königs auf der kommerziellen Ebene. Die sei nicht vergleichbar mit der vor einem Jahr. „Wir haben mit einem Riesen-Engagement das Stadion-Projekt gestemmt. Ohne Wenn und Aber müssen wir in der Ersten Liga bleiben, auch wenn es sich in der Zweiten Liga rechnet. Dieser Verantwortung müssen wir uns stellen.”

Sportlich setzt man offensichtlich auf die Selbstheilungskräfte einer Mannschaft, die immer nur dann stark ist, wenn ein Rädchen ins andere greift. Darauf hebt auch Jörg Stiel ab: „Alleine kann ich gar nichts. Wenn mir der Verteidiger nicht hilft, klappts nicht. Wir müssen es zusammen machen. Auf und auch neben dem Platz.”

Ein Allheilmittel mag der Schweizer Torhüter auch nicht empfehlen: „Ich werde mich nicht hinstellen und sagen, wies geht. Mir ist das alles zu hysterisch. Jeder einzelne soll sehen, dass er sein Potenzial wieder ausschöpft. Dann zeigen wir auch wieder, was wir wirklich können.”