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Aachen: Jörg Schmadtke: „Wilde Werke wird es nicht geben”

Aachen : Jörg Schmadtke: „Wilde Werke wird es nicht geben”

Jörg Schmadtke ist selbst „sehr gespannt”, wie das sein wird, wenn er am Montagabend zum ersten Mal als Trainer einer Profimannschaft in der Verantwortung steht.

Beim SC Freiburg hat er einst erfolgreich die A-Jugend betreut, „mal war ich ruhig, dann gab es Dinge, von denen ich später gedacht habe: Das hättest du auch anders machen können.” Gegen den FSV Mainz 05 will sich Alemannia Aachens Interimscoach „vom Bauch leiten lassen”, und das dürfte zum großen Teil davon beeinflusst werden, was die Mannschaft umsetzt aus den ersten Lektionen nach dem Buchwald-Intermezzo.

Schmadtkes Erwartung: „Ein interessantes Spiel, ohne zu wissen, was dabei herauskommt.” Schmadtkes Versprechen: „Eine Mannschaft, die so eingestellt sein wird, dass sie ab der ersten Minute alles gibt.”

Seit zwei Tagen kennen die Profis die Aufstellung. Der hauptamtliche Sportdirektor will so „Sicherheit erzeugen und sehen, wie die Spieler damit umgehen”. Klare Ansage: „Sollte jemand meinen, er könne sich jetzt an die Eckfahne stellen und den Ball hochhalten, dann kann ich auch schnell eine andere Idee entwickeln.” Seine erste Elf will Schmadtke dem Mainzer „Kollegen” Jürgen Klopp nicht unbedingt auf dem Silbertablett servieren, „aber wilde Werke wird es nicht geben”.

Diese erste Pressekonferenz mit dem Interimstrainer Schmadtke hat Unterhaltungswert. Geheimtraining unter Flutlicht, das Guido Buchwald immer wieder gerne mit dem Argument angesetzt hatte, „wir spielen ja auch am Montag unter Flutlicht”, ist ab sofort gestrichen. „Das wurde zu teuer.”

Der Spaß am vorübergehenden Job „hängt deutlich davon ab, was am Montag rauskommt”, sagt der 43-Jährige und legt ausdrücklich Wert auf die Feststellung, dass in diesen Tagen bis zum Hinrunden-Ende „keine One-Man-Show” über die Bühne gehe. „Das kann nur im Team funktionieren”, wenn die Mitarbeiter der Geschäftsstelle den Rücken freihalten.

Mit Co-Trainer Dr. Jörg Jakobs (wird gegen Mainz auf der Bank sitzen) und Scout Hermann Grümmer hat Schmadtke den kommenden Gegner in Kaiserslautern beobachtet; die Eindrücke wurden der Mannschaft schon am Mittwochabend vermittelt.

Wenn der „Teamchef” abends heimwärts fährt nach Düsseldorf, telefoniert er mit potenziellen Kandidaten, die ihn ablösen könnten. „Damit das klar ist: Ab dem 14. Dezember, nach dem Koblenz-Spiel, wird es wieder einzig und allein den Sportdirektor Schmadtke geben.”