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Aachen: Jan Schlaudraff darf wieder ran

Aachen : Jan Schlaudraff darf wieder ran

Nein, auf ein Elfmeterschießen hat sich Stephan Straub nicht vorbereitet. „Das werde ich erst dann tun, wenn es so weit kommen sollte”, sagt der Torhüter von Alemannia Aachen. Der 36-Jährige baut die Spannung kurzfristig auf - mit einer bemerkenswerten Bilanz im Rücken: Immer, wenn im DFB-Pokal die Entscheidung vom Elfmeterpunkt fallen musste, verließ Straubs Mannschaft als Sieger das Feld.

Insofern sollte es der VfL Wolfsburg am Dienstagabend nicht auf die Spitze treiben, wenn er ins Halbfinale einziehen will. Das Rezept von Nationalstürmer Mike Hanke nach dem 1:2 beim FC Bayern: „Wir müssen vorne die Dinger machen und hinten kompakter stehen, dann kommen wir weiter.”

Noch zwei Siege bis Berlin: Straub, Alexander Klitzpera und Cristian Fiel sind die letzten Verbliebenen der Aachener Pokalhelden, die 2004 ins Endspiel gegen Werder Bremen (2:3) eingezogen waren. Michael Frontzeck stand zwar ebenfalls schon einmal im Finale (Niederlage mit Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen gegen Bayern), doch 1984 war das Olympiastadion noch nicht ständiger Austragungsort. „An Berlin denke ich jetzt auch noch nicht”, sagt der Alemannia-Trainer, „nicht im Viertelfinale. Im Pokal ist jedes Spiel ein Endspiel.”

Im Trainingslager vor den Toren Wolfsburgs hat Frontzeck die „Nachwehen” des 2:2 in Bochum beseitigt. Das Spiel habe zwar „viel Kraft gekostet, wir haben zwei Mal einen Rückstand egalisiert und viel Aufwand betrieben, aber alle sind so weit fit”. Außerdem sei der Kräfteverschleiß bei Wolfsburg nach dem 1:2 in München nicht geringer.

Mit Jan Schlaudraff, am Samstag zur Halbzeit ausgewechselt, gab es ein Gespräch „in aller Ruhe” - auch über das Verhalten des Nationalspielers nach der Partie. „Jan wollte den Dingen aus dem Weg gehen. Diesen Fall hatten wir noch nicht. In Zukunft wird es wieder so sein, dass ausgewechselte Spieler auf der Bank Platz nehmen.” Diesen Hinweis erhält noch mal der komplette Kader; Schlaudraff hat keine weiteren Folgen zu befürchten. Und der Coach verkündet: „Jan wird am Dienstag spielen.”

Wie ein Sieg in Wolfsburg „schmeckt”, erlebte Alemannia bereits Anfang Dezember beim 2:1-Liga-Erfolg. Dennoch haut Michael Frontzeck nicht auf die Pauke: „Der VfL könnte vom Potenzial her im oberen Tabellendrittel spielen. Was die im Offensivbereich zu bieten haben, ist schon erste Sahne. Wir sind Außenseiter.” Dennoch: „Es ist ein schweres Los, wir hätten lieber ein Heimspiel gehabt. Aber wir wollen uns gut präsentieren und unsere Chance nutzen.”

Das Viertelfinale im DFB-Pokal

Das Pokal-Viertelfinale geht am Dienstag und Mittwoch über die Bühne. Die Vorschlussrunde wird am 4. März in der Sportschau ausgelost. Die Partien:

VfL Wolfsburg - Alemannia, Di., 19.00

1. FC Nürnberg - Hannover 96, Di., 19.00

Kickers Offenbach - Eintracht Frankfurt, Di., 20.30

VfB Stuttgart - Hertha BSC, Mi., 20.30