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Spiez: Irgendwie durch die Sibirienkurve

Spiez : Irgendwie durch die Sibirienkurve

Zwischen Hondrich und Spiez, talabwärts auf halber Strecke, liegt ein Kreisverkehr; eng, steil, schwierig die richtige Ausfahrt zu erwischen. Der Name des Nadelöhrs, nicht nur im Volksmund: Sibirienkurve.

Die Lage des 1. FC Köln ist vergleichbar, und damit Trainer Hanspeter Latour mit seinem Verein nicht beim Projekt „direkter Wiederaufstieg” schon in der ersten Kurve hängen bleibt, wurde dem Kader mit den vielen neuen Namen erst einmal der freie Samstag gestrichen.

Nicht Entspannen auf der am Seeufer gelegenen Terrasse des legendären „Belvedere” in Spiez, dort wo schon 1954 die deutsche Weltmeister-Mannschaft Quartier bezogen hatte.

Und auch die für abends geplante gemeinsame Bootsfahrt auf dem Thunersee fällt ins Wasser. Gestrichen. Stattdessen Auslaufen und Schwimmen für alle, die bei der 0:3-Niederlage gegen Young Boys Bern durchgespielt haben. Kondition bolzen und Taktikspiele für alle anderen auf dem Trainingsplatz neben dem Ausbildungszentrum für den Umgang mit atomaren, biologischen und chemischen Stoffen, wo Co-Trainer Thomas Binggeli mühelos den Beweis antritt, dass auch einfach wirkende Übungen zur Qual werden können - wenn man sie nur oft genug wiederholt.

„Straftraining ist das nicht, aber belohnen kann ich die Mannschaft auch nicht”, erklärte Latour die plötzliche Änderung des Trainingsplans mit stark verkniffenem GesichtEs war bestimmt nicht nach seinen Vorstellungen gelaufen. Was ist schon ein Tagesplan? „Ich bin 59. Ich habe noch viel vor”, hat Latour Schweizer Journalisten in den Block gestanzt.

So gehört für die Unbestraften und Unbelohnten zur Änderung vor der Abendeinheit auch 90 Minuten intensives Videostudium des Testspiels gegen „Ebay”, wie die Abkürzung „YB” für Young Boys auf Schwyzerdütsch klingt.