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Saarbrücken: Im Rückwärtsgang vor die Wand

Saarbrücken : Im Rückwärtsgang vor die Wand

Die Aussicht auf einen weiteren Schokoladentag in seiner noch jungen Karriere als Berufsfußballer war für Lukas Podolski bereits vor dem ersten Ballkontakt im Saarbrücker Ludwigspark eher gering.

Der Nationalspieler des 1. FC Köln hatte die Gastgeber vor sechs Wochen im Pokalspiel an selber Stätte mit vier Treffern alleine zerlegt. Und seit diesem Tag steht er offenbar nicht mehr sonderlich hoch im Kurs bei der saarländischen Anhängerschaft. „Immer auf die 10”, grölte das blau-schwarze Volk, und die lokale Fan-Postille gab das Tagesmotto „Haut den Lukas!” aus.

Als die Partie dann freilich gespielt war, war alles anders als einst im August. Die einheimischen Kunden bejubelten einen hochverdienten 2:0 (1:0)-Erfolg, während Podolski und Kollegen nach kläglicher Aufführung mit hängenden Kinnladen vom Grün schlichen.

Ihrem Trainer hatte es sogar die Sprache verschlagen: „Ich sage heute besser nichts. Ich wüsste ja gar nicht, wo ich anfangen sollte. Und wenn ich anfangen würde, würde es zwei Tage dauern, bis ich aufgezählt hätte, was mich alles geärgert hat”, knurrte Huub Stevens.

Der Manager war da schon auskunftsfreudiger. „Eine erschreckende Vorstellung. Es fehlte an allem. Keine Einstellung, kein Biss - das waren zwei Schritte rückwärts”, sagte Andreas Rettig. Und zu Podolski? „Da sage ich nix.”

Man könnte viele unschöne Dinge über die Leistung des FC-Profis sagen, die eigentliche Keimzelle der Kläglichkeiten konnte indes ziemlich genau geortet werden. Sie lag im zentralen Mittelfeld. Sebastian Schindzielorz scheint auch 13 Monate nach seinem Fußbruch und der folgenden Leidensgeschichte noch nicht fit zu sein. Geradezu bemitleidenswert wie der Kapitän um alte Qualitäten ringt.

Ein ums andere Mal bot sich den Hausherren schon vor der Pause die Möglichkeit, ohne jeglichen Begleitschutz durch die Spielfeldmitte zu marschieren und Großalarm vor Bade auszulösen. Taifour Diane war es schließlich, der den Ball zunächst an den Pfosten schoss, in der Zweitverwertung aber vor Bade über die Linie stolperte.

Die Kölner Malaise beschränkte sich wahrlich nicht nur auf den armen „Sesi”. Die komplette Abwehrreihe entsprach nicht den notwendigen Sicherheitsstandards. Das fußverletzte Jungtalent Lukas Sinkiewicz fehlte an allen Ecken und Enden.

Auf der Gegenseite gabs einen Lattenknaller und einen 14-Meter-Schuss von Scherz - das wars. Kurz nach Wiederbeginn hatte Stevens ein Einsehen mit Schindzielorz und beorderte ihn auf die Bank.

Von nun an kamen die Gastgeber nur noch sporadisch zu Torchancen, aber der lahme Geißbock hatte an diesem Tag nicht das Format, die Partie noch einmal zu drehen. Dianes zweites Tor beendete die Frage nach dem Sieger.