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Aachen: „Ich musste den Kopf wieder frei kriegen”

Aachen : „Ich musste den Kopf wieder frei kriegen”

Der 3. Februar war ein schlechter Tag. Für die Mannschaft im Allgemeinen und für zwei Spieler im Speziellen. Das 1:4 gegen Hannover 96 sollte zwei Profis ihren angestammten Platz in der Startelf kosten.

Moses Sichone, den Vizekapitän, ereilte die „Höchststrafe”, Auswechslung noch vor der Halbzeit. Sergio Pinto musste in der Pause vom Feld. Zwei Alemannen, die seit ihrer Verpflichtung im Sommer 2004 zwar nicht als unantastbar, aber doch als tragende Säulen des Teams galten.

Gegen Bielefeld durften „Big Mo” und „Pinte” erstmals wieder von Beginn an spielen, oder sollte man sagen: sie mussten nach den Sperren von Alexander Klitzpera und Sascha Dum sowie der Verletzung von Cristian Fiel?

Die Bank akzeptiert

Mit der ersten gelungenen Aktion gegen Sibusiso Zuma hatte Sichone wieder „das gute Gefühl, die Mannschaft führen zu können. Gerade als Kapitän musst du die anderen pushen.” Keine einzige Minute mehr hatte der Innenverteidiger seit dem Hannover-Debakel absolviert.

„Wenn du es nicht gewohnt bist, auf der Bank zu sitzen, ist es natürlich schwierig.” Er habe die Maßnahme von Michael Frontzeck „akzeptiert, ich musste den Kopf wieder frei kriegen nach all den Dingen, die passiert waren.”

Private Sorgen, Unfall unter Alkoholeinfluss, Eigentor zur Niederlage auf Schalke, grobe Patzer gegen Hannover: Der Trainer fand den Zeitpunkt für gekommen, das Duo Klitzpera/Herzig aufzurufen. Mit den beiden, das erkennt auch Sichone an, „hat die Mannschaft in den letzten Wochen gut gestanden”. Und weil er sich auch auf der Bank als Teil des Ganzen sieht, „bin ich stolz und freue mich über den Erfolg. Wir wollen in der Liga bleiben - alles andere ist sch...egal.”

Gegen Bielefeld hatte Sichone seine Kontrahenten Zuma und später Christian Eigler im Griff; die beiden Pässe bei der Spieleröffnung in den Fuß der Arminen gehören zum Repertoire. „Ich habe versucht, mein Bestes zu geben. Ich bin lange genug dabei, das ist alles nur eine Frage der Einstellung.” Dem Trainer gefiel der Auftritt „sehr gut”, ein Urteil, das auch für Sergio Pinto galt. Der Portugiese hatte es nach der Pleite gegen seinen zukünftigen Klub Hannover immerhin noch auf drei Einwechslungen und ein Tor gebracht.

Während Pinto weiß, welches Trikot er ab Sommer tragen wird, hängt das Schicksal Sichones in ziemlich weiten Säcken. Frontzeck sagt nur so viel, dass er wisse, „wohin die Tendenz geht” bei den Spielern, deren Verträge auslaufen. Was das zum Beispiel für den Innenverteidiger bedeutet, sagt der Trainer nicht.

„Es hat noch keine Gespräche gegeben”, erklärt Sichone, was ihn auch nicht weiter verwundert: „Es ist doch klar, dass zuerst mit denen gesprochen wird, die auch regelmäßig spielen.” In eigener Sache sei „noch alles offen”, die Bereitschaft, am Tivoli zu bleiben, ist allerdings ausgeprägt. „Es würde mir Spaß machen, noch ein, zwei, drei Jahre mit so einer jungen Mannschaft zu spielen.”

Kein „Heimaturlaub”

Die drei freien Tage wird Sichone kaum nutzen können, um - wie andere Kollegen - in die Heimat zu fahren. „Das ist etwas schwierig, wenn du aus Sambia kommst...” Und so denkt er schon an die nächste Partie in Stuttgart, auch wenn wieder die Bank „droht”. „Ich werde mich gut vorbereiten. Und wenn ich spielen darf, freue ich mich.”