1. Sport
  2. Fußball
  3. Bundesliga

Köln: „Hoffentlich schämt er sich dafür”

Köln : „Hoffentlich schämt er sich dafür”

Die Kölner Fans tobten, und die Ordner schoben Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer schleunigst in die Katakomben des RheinEnergieStadions.

Der umstrittene Elfmeter, der die 2:3-Niederlage des 1. FC Köln gegen den 1. FC Kaiserslautern weit in der Nachspielzeit besiegelte, hatte die Massen gegen den Mann in Schwarz mobilsiert und den Aufsteiger nach den beiden Auftakt-Erfolgen wieder auf den Boden geholt.

Es war über weite Strecken keine Glanzleistung der Kölner gewesen. Aber die letzte Viertelstunde entschädigte für das Stückwerk, das die Gastgeber in der ersten Halbzeit abgeliefert hatten. Innerhalb von neun Minuten machte das Team von Trainer Uwe Rapolder ein 0:2 wett.

Die Lauterer Führung durch Halil Altintop (19. und 79.) glichen Matthias Scherz (81.) und Lukas Podolski (90.) aus. „Da hatte ich gedacht, es liefe heute auf ein Unentschieden hinaus”, sagte Rapolder. „Aber Herr Dr. Fleischer hat anders entschieden. Hoffentlich schämt er sich dafür.”

Die Schlüsselszene ereignete sich in der dritten Minute der Nachspielzeit. Ein weiter Pass von FCK-Kapitän Marco Engelhardt erreichte Ferydoon Zandi, der in den Strafraum eindrang und dort von Rolf-Christel Guiè-Mien und Christian Springer „gestellt” wurde.

Guiè-Mien berührte mit seiner rechten Hand Zandi leicht an der Schulter, wovon sich der Iraner aber nicht stoppen ließ. Als sich der erst in der 85. Minute eingewechselte Lauterer die Kugel zu weit vorgelegt und er leichten Körperkontakt mit Springer hatte, hob Zandi ab. Elfmeter. Und vom Punkt aus traf Ervin Skela mitten ins Herz der kölschen Seele.

„Dieser Elfmeter war keine Fehlentscheidung, sondern eine Frechheit”, schimpfte Rapolder. „Aber bei diesem Schiedsrichter muss man damit rechnen. Auf der anderen Seite hätte er den nie gegeben. Jetzt haben wir drei Spiele mit drei Elfmetern gehabt, von denen ein halber berechtigt war.”

Der „Halbe” war wohl der für den FC, den Björn Schlicke zum 1:0 gegen Mainz versenkt hatte. Doch von der These, dass sich im Laufe der Saison alles ausgleiche, wollte man an diesem zornbefrachteten Abend am Rhein nichts hören. Nichts konnte den Arzt aus Sigmertshausen für die Leistung in seinem 99. Erstligaspiel entlasten.

Dr. Helmut Fleischer hielt sein Vorgehen auch nach Betrachtung der TV-Bilder für richtig. „Das kann man so und so pfeifen. Ich würde wieder so entscheiden. Ein Kölner Spieler hatte seine Hand an der Schulter eines Kaiserslauterner Spielers, der dann spektakulär gefallen ist. Was aber nicht den Ausschlag gegeben hat.”

Eine Darstellung, die nicht gerade für Klarheit sorgt. Denn für das sogenannte Foul, das zum Strafstoß führte, sah Springer Gelb. Nicht Guiè-Mien, der die „Handberührung” hatte.

Auch unter Uwe Rapolder konnte Köln seine schwarze Serie gegen Kaiserslautern also nicht beenden. Kein Sieg seit 16 Jahren und 21 Spielen. Doch diesmal wars auch besonders schwer. Gegen den FCK und Dr. Fleischer.