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Mönchengladbach: Hoffen aufs „Wunder vom Bökelberg”

Mönchengladbach : Hoffen aufs „Wunder vom Bökelberg”

Holger Fach übt den Schulterschluss mit seiner Mannschaft: Auch mit seinen eigenen Ausdauerwerten ist Borussia Mönchengladbachs Trainer nicht zufrieden.

„Die waren vor einigen Monaten besser”, ist sein subjektiver Eindruck. Seinen Spielern soll es ähnlich ergehen, doch die (erschreckenden) Ergebnisse der jüngsten Laktat-Erhebung will der Fußball-Lehrer lieber nicht kommentieren.

Gleiches Phänomen, unterschiedliche Ursachen? Gladbachs neuer Übungsleiter gibt zu, „in letzter Zeit einfach zu wenig” gemacht zu haben.

Die Ursachenforschung bei seinen Schützlingen dürfte eher in eine (um 180 Grad gedrehte) Richtung gehen: Sie können auch zuviel gemacht haben.

Die wahrscheinlichere Variante, wenn man die lauffreudige Trainings-Einstellung des Fach-Vorgängers Ewald Lienen kennt. Diesen Ansatz unterstützt Arie van Lent. Dessen Zwangspause vor dem HSV-Spiel hinderte ihn nicht, das 1:0 zu erzielen.

Seit Mittwoch zwangen ihn seine Adduktorenverhärtungen wieder zu einer Erholungspause. Treffen ohne Training: „Es reicht ja, wenn ich das mache”, schmunzelt der 33-Jährige.

Schlechte Fitness - schlechte Ergebnisse? Holger Fach demonstrierte eine „wunderlichen” Gegenentwurf. Am Donnerstag besiegte er mit seiner „Lotto-Mannschaft” die Elf aus dem Film „Wunder von Bern” 5:2, „und die beiden Elfmeter waren Geschenke von Markus Merk - das stört mich”, erzählt der Trainer.

Fußball spielen für einen wohltätigen Zweck. Doch der Chip zum Siegeswillen ist eingepflanzt. Vor dem Spiel gegen Bayern München bemüht sich der Ex-Profi, diesen auf seine Berufsfußballer zu transplantieren.

„Niederspielen kann man die Bayern nicht. Jeder muss bereit sein, über seine Grenzen zu gehen. Hosenscheißer kann ich am Samstag nicht gebrauchen.”

Schlechte Aussichten für Max Eberl. Eigentlich der Prototyp des Wadenbeißers. Aber Gladbachs einziger „Münchner” leidet unter einer Magen- und Darmgrippe.

Angesichts der Personal-Probleme ist Fach auch bereit, Teilzeit-Arbeiter als „Anfänger” zu akzeptieren. Heißester Kandidat: Igor Demo, der mit 20 Minuten (Test)Spiel-Praxis und einer Woche Training „wuchern” kann.

„Er muss mir am Freitag sagen, ob er sich das zutraut. Ich kann nicht in ihn hineingucken. Er muss es wollen.” Laufen bis zur Auswechslung: Auf der Position des offensiven Mittelfeldspielers hat der Fußball-Lehrer ebenso keine (Aus)Wahl wie fürs defensive Mittelfeld und links in der Abwehr.

Hier rächt sich die nicht optimale Zusammensetzung des Kaders. So ist Enrico Gaede der einzige, der mit seinem Zweikampfqualitäten es mit Michael Ballack aufnehmen kann. Jeff Strasser ist der einzige linksfüßige Abwehrspieler, und für den schnellen Roy Makaay bleibt nur Sladan Asanin übrig.

Angesichts der Bayern-Offensivkräfte kann einem da schon schwindlig werden. Es sei denn, man glaubt an „das Wunder vom Bökelberg”.