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Mönchengladbach: Hochstätters miserables Zwischenzeugnis

Mönchengladbach : Hochstätters miserables Zwischenzeugnis

Das Wetter am Borussia-Park ist derzeit wie die Stimmung: grau, kalt und ungemütlich, oder wie der Gladbacher sagt „Et is uselig”. Trainer Dick Advocaat scheucht die Seinen trotzdem vor die Tür.

Kein freier Montag, kein langsames Eintraben am Dienstag - Advcoaat geht in die Vollen. So etwas wie in Berlin, nein, so ein Debakel soll es nie wieder geben. Das Wort „Straftraining” wollen die Borussen aber nicht hören.

„Ich sehe das nicht so, im Gegenteil jedes Training ist doch eine neue Gelegenheit, an Fehlern zu arbeiten”, sagt VfL-Torwart Darius Kampa. Ob die eine Woche bis zum Hinrunden-Finale am Sonntag gegen Bayer Leverkusen ausreicht?

Christian Hochstätter ist an diesem useligen Vormittag nicht zu sehen. Normalerweise schnürt der Sport-Direktor in solchen Situationen gerne selbst die Fußballstiefel, um auf dem Trainingsplatz „ganz nah” bei der Mannschaft zu sein, doch Hochstätter hat in diesen trüben Tagen anderes zu tun.

Am Montag traf er sich in einem Münchener Hotel mit Giovane Elber. Bei der Borussia bestätigte man am Dienstag die „erste Kontakt-Aufnahme” mit dem verletzten Brasilianer in Diensten von Olympique Lyon.

Die Marschroute ist spätestens nach der „Tracht Prügel” von Berlin klar: in der Winterpause wird beim Abstiegskandidaten „Tabula rasa” gemacht. Vier Neue hat Dick Advcoaat eingefordert, die faulen Äpfel sollen aussortiert werden.

Und Hochstätter steht dabei mächtig unter Druck. Die Kiebitze am Zaun fordern die Entlassung des Sportdirektors, im Boulevard wird er unter der Gürtellinie attackiert.

Seine Trefferquote beim Umbau der Mannschaft fällt im Rückblick auf den Sommer ernüchternd aus. Oliver Neuville ist der einzige „Topper”, Darius Kampa nicht besser als Jörg Stiel, Kapitän Christian Ziege kein Häuptling sondern angeschlagener Indianer, Niko van Kerckhoven erfüllt die Erwartungen nicht, Marek Heinz enttäuscht auf der ganzen Linie, Milan Fukal ist schlecht oder verletzt, Torhüter Sead Ramovic bekommt nicht einmal bei den Amateuren regelmäßige Einsatz-Zeiten, und „Serben-Ballack” Vladimir Ivic spielt überhaupt keine Rolle im Borussia-Park.

Es fällt schwer, Hochstätter zumindest sein - zweifellos vorhandenes - Herzblut für den Klub zugute zu halten. Richtig ist auch, dass er nicht viel Geld ausgeben durfte, aber die von ihm zusammengestellte Mannschaft funktioniert einfach nicht.

In Berlin baute Advocaat auf fünf Positionen um, fünf rein, fünf raus. Unter den zehn involvierten Akteuren fuhr gerade einmal ein Neuzugang im Karussell mit. Marek Heinz - und der rotierte raus.

Gladbach droht am Sonntag der Sturz auf einen Abstiegsplatz und damit ein trauriges Weihnachtsfest. Am useligen Niederrhein hofft man immer noch unermüdlich auf ein Versöhnungsangebot der Mannschaft.

Wie das aussehen soll? „Das geht nur mit positiven Ergebnissen”, weiß Kampa. Eine Chance das Weihnachtsfest zu retten bekommt die Borussia also noch. Hochstätter von der abwartenden Vereinsführung offenbar auch. Es ist wohl seine letzte.