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Hochstätter: „1,5 Millionen für Ketelaer sind für uns nicht machbar”

Hochstätter: „1,5 Millionen für Ketelaer sind für uns nicht machbar”

„Wenn wir viel investieren, werden wir auch belohnt”, glaubt Mönchengladbachs Trainer Ewald Lienen nach dem 1:1 in Cottbus. Doch auch der erste Auswärts-Punktgewinn anno 2003 gibt dem abstiegsgefährdeten Klub keine Planungssicherheit für die neue Saison.

Liga 1 oder Sturz ins Liga-Unterhaus: Kein einfaches Geschäft für Christian Hochstätter, in diesem Schwebe-Zustand neue Spieler an den Bökelberg zu locken. Mit Borussias Sportdirektor sprach AZ-Redakteur Bernd Schneiders.

Gemütsfrage nach dem 1:1: Ist das Glas nun halb leer oder halb voll?

Hochstätter: Halb leer. Wenn man in Cottbus in puncto Ballbesitz die überlegene Mannschaft ist und in den letzten 20 Minuten auch die klar bessere Mannschaft mit den besseren Chancen, dann ist das eigentlich zu wenig.

Außer Borussia hätte es keine andere Mannschaft geschafft, in Cottbus nicht zu gewinnen.

Hochstätter: Es wird sich im Nachhinein zeigen, wie wertvoll der Punkt ist oder nicht. Schließlich darf man nicht vergessen, dass wir bis zur 82. Minute zurückgelegen haben. Die Ausgangssituation hat sich durch das Remis nicht wesentlich verbessert oder verschlechtert.

Was hat sich denn durch die beiden Ostersonntagsspiele verändert?

Hochstätter: Die Voraussetzungen für unser Spiel gegen Leverkusen. Hätte Bayer gewonnen, hätten wir am Samstag gewinnen müssen. Jetzt muss durch unseren Drei-Punkte-Vorsprung Leverkusen uns schlagen. Aber wir werden auf jeden Fall auf Sieg spielen, um den Abstand auf sechs Zähler zu erhöhen.

Bei zwei Punkten mehr, hätten Sie bereits besser mit neuen Spielern verhandeln können.

Hochstätter: Auch wenn wir gewonnen hätten, wären wir mit 35 Punkten nicht unserer Sorgen ledig gewesen.

Sich so zu verstärken, dass die Probleme beim Klassenerhalt in der kommenden Saison sich nicht wiederholen, ist doch fast unmöglich angesichts der finanziellen Situation?

Hochstätter: Wir werden uns verstärken. Aber der Anspruch, der von außen - und zum Teil von innen - kommt, ist enorm hoch. Man darf auch nicht vergessen, dass wir lange Zeit davon profitiert haben, mit einem eingespielten Team auflaufen zu können. Durch ein unglaubliches Verletzungspech ist das auseinandergebrochen. Das wird sich so nicht wiederholen.

Ziehen Sie die Option auf Marcel Ketelaer?

Hochstätter: Noch sind zehn Tage Zeit. Aber 1,5 Millionen Euro sind für uns nicht machbar. Alles andere lassen wir auf uns zukommen.

Fest steht nur, dass Sie mit Stephan Stassin nicht verlängern wollen. Gilt das nur für Liga 1?

Hochstätter: Dazu sage ich nichts: Wir haben noch nicht mit ihm und seinem Berater gesprochen. Das wird bald geschehen.

Angeblich sind Sie an der Rückkehr von Torhüter Robert Enke interessiert.

Hochstätter: Da ist gar nichts dran.

Wieviel Punkte braucht man für den Klassenerhalt?

Hochstätter: 40, vielleicht auch 39.

Sie glauben nicht, dass diese Saison mehr als die magische 40er-Grenze nötig ist?

Hochstätter: Nein.

Warum nicht?

Hochstätter: Die Konkurrenten spielen noch alle gegeneinander.

Durch Ihren Punktgewinn in Cottbus müssen Sie fürchten, dass die Energie-Profis sich nun aufgeben statt gegen eventuelle Konkurrenten zu punkten?

Hochstätter: Nein. Die spielen doch alle für neue Klubs vor.